Frei Lesen: Abenteuer des Kapitän Hatteras

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Jules Verne

Abenteuer des Kapitän Hatteras

Elftes Capitel.

eingestellt: 17.8.2007



Während der Abwesenheit des Commandanten hatten die Bootsleute verschiedene Arbeiten ausgeführt, so daß es nun dem Schiffe möglich war, sich dem Druck der Eisfelder zu entziehen. Pen, Clifton, Bolton, Gripper, Simpson nahmen diese mühevolle Verrichtung vor; der Heizer und die beiden Maschinisten mußten sogar beihelfen, denn vom Augenblick an, wo ihr Dienst bei der Maschine nicht erforderlich war, wurden sie wieder Matrosen, und konnten als solche zu allen Dienstleistungen an Bord zugezogen werden.

Aber das geschah nicht ohne große Aufregung.

»Ich erkläre, daß ich jetzt satt daran habe, sagte Pen, und wenn binnen drei Tagen der Eisbruch nicht eintritt, schwöre ich zu Gott, daß ich die Hände in den Schooß lege!

– Die Hände in den Schooß legen, erwiderte Gripper; da wäre es doch besser, man brauchte sie, um rückwärts zu kommen! Meinst Du, wir hätten Lust, hier bis zum künftigen Frühjahr zu überwintern?

– Wahrhaftig, das wäre ein traurig Winterquartier, versetzte Plover, denn das Schiff ist nach allen Seiten hin schutzlos!

– Und wer weiß, sagte Brunton, ob selbst im nächsten Frühjahr das Meer freier sein wird, als heute?

– Es handelt sich gar nicht um nächstes Frühjahr, entgegnete Pen; wir haben heute Donnerstag; wenn bis Sonntag früh die Bahn nicht frei ist, fahren wir rückwärts nach dem Süden.

– Bravo! rief Clifton.

– Seid Ihr damit einverstanden? fragte Pen.

– Einverstanden! erwiderten die Kameraden.

– Ganz recht, fuhr Waren fort, denn wenn wir dergestalt arbeiten und das Schiff mit den Armen fortziehen müssen, so bin ich der Meinung, daß wir rückwärts ziehen.

– Bis Sonntag wird sich das zeigen, sagte Wolsten.

– Auf Befehl, fuhr Brunton fort, sind meine Oefen bald geheizt.

– Ei! versetzte Clifton, die werden wir schon selbst heizen.

– Wenn von den Officieren einer, erwiderte Pen, sich das Vergnügen machen will, hier Winterquartier zu nehmen, steht es ihm frei; man wird ihn ruhig hier lassen; Niemand wird ihn hindern, sich eine Schneehütte zu bauen, um als echter Eskimo darin zu leben.

– Nichts von dem, Pen, entgegnete Brunton; wir dürfen Keinen im Stich lassen; versteht Ihr wohl, Ihr andern? Ich glaube übrigens, daß der Commandant nicht schwer zu bestimmen sein wird; er sieht mir schon sehr beunruhigt aus, und wenn man ihm die Sache glimpflich beibringt ...

– Wohl zu verstehen, fuhr Plover fort; Richard Shandon ist ein harter und mitunter starrköpfiger Mann; man müßte ihm geschickt beikommen.

– Wenn ich denke, versetzte Bolton mit sehnsüchtigem Seufzen, daß wir binnen einem Monat wieder in Liverpool sein können! Ueber die Linie der Eisblöcke im Süden werden wir rasch hinaus sein! Zu Anfang Juni wird die Davis-Straße frei zu passiren sein, und dann brauchen wir uns nur ins Atlantische Meer treiben zu lassen!

– Dazu kommt noch, erwiderte der kluge Clifton, daß wir, wenn wir unter der Verantwortlichkeit des Commandanten zurückkehren, unsere Antheile und Vergütungen ungeschmälert behalten; kämen wir aber allein heim, so wären wir derselben nicht ganz sicher.

– Gut ausgeklügelt, sagte Plover; dieser verteufelte Clifton spricht, wie ein Finanzmann. Nehmen wir uns in Acht, daß wir nichts mit den Herren von der Admiralität auseinanderzusetzen haben; das ist sicherer, und lassen wir Niemand im Stich.

– Aber wenn die Officiere sich weigern, sich uns anzuschließen?« versetzte Pen, der seine Kameraden zum Aeußersten drängen wollte.

Eine so direct gestellte Frage setzte etwas in Verlegenheit.

»Das werden wir sehen, wenn die rechte Zeit dafür sein wird, versetzte Bolton, übrigens wird es hinreichen, Shandon für unsere Sache zu gewinnen, und ich denke, das wird nicht schwer sein.

– Doch giebt es Einen, den möcht ich hier lassen, sagte Pen fluchend, und sollte er mir auch einen Arm fressen.

– Ah! Den Hund sagte Plover.

– Ja, den Hund, und ich werde bald mit ihm fertig sein!

– Um so lieber, versetzte Clifton mit Beziehung auf sein Lieblingsthema, als der Hund an all unserm Unglück Schuld ist.

– Er hat uns behext, sagte Plover.

– Er hat uns in das Eis hinein geschleppt, erwiderte Gripper.

– Er hat uns, entgegnete Wolsten, mehr Eisblöcke in den Weg geschafft, als man je zu dieser Zeit gesehen hat?

– Er hat mir die Augen krank gemacht, sagte Brunton.

– Er hat uns den Gin und Branntwein entzogen, versetzte Pen.

– Er ist an Allem Schuld, riefen sie alle zusammen.

– Und dazu noch, erwiderte Clifton, ist er der Kapitän.

– Ja wohl, Unglücks-Kapitän, schrie Pen, dessen unsinniger Zorn sich durch die eigenen Worte steigerte, Du hast gerne hierher gewollt, sollst auch hier bleiben!

– Aber wie fangen wir ihn? sagte Plover.

– Ei! Nun ist gute Gelegenheit dafür, erwiderte Clifton, der Commandant ist nicht an Bord, der Lieutenant schläft in seiner Cabine; der Nebel ist dicht genug, daß Johnson uns nicht wahrnehmen kann ...

– Aber der Hund? schrie Pen.

– Der schläft oben neben der Kohlenkammer, erwiderte Clifton, und wenn man Lust hat ...

– Ich übernehme es, versetzte Pen wüthend.

– Nimm Dich in Acht, Pen; er hat Zähne, die können Eisenstangen zerbeißen!

– Rührt er sich, so steche ich ihn in den Bauch«, entgegnete Pen, und zückte sein Messer. Und er stürzte in das Zwischendeck, Waren ihm nach, um ihm dabei zu helfen.

Bald kamen sie miteinander zurück und schleppten das Thier in den Armen, die Schnauze und Pfoten geknebelt; sie hatten ihn im Schlaf überrascht, und der unglückliche Hund konnte ihnen nicht mehr entrinnen.

»Hurrah für Pen! rief Plover.

– Und jetzt, was willst Du mit ihm anfangen? fragte Clifton.

– Ins Wasser werfen, und wenn er je wieder kommt ...« versetzte Pen mit wüstem Lachen der Befriedigung.

Zweihundert Schritte vom Schiff entfernt war ein Robbenloch, eine kreisrunde Oeffnung, wie sie diese Thiere mit ihren Zähnen machen und stets von innen aus nagend offen halten; durch dieselbe ist der Robbe im Stande, an der Oberfläche Luft zu schöpfen; aber er muß sorgfältig verhindern, daß dieselbe nicht oben wieder zufriert, denn die Beschaffenheit seiner Kinnlade macht ihm unmöglich, das Loch von außen nach innen zu erneuern, und im Moment der Gefahr könnte er seinen Feinden nicht entrinnen.

Pen und Waren gingen mit dem Hund zu dieser Oeffnung und warfen ihn, so arg er zappelte und dagegen wehrte, unbarmherzig ins Meer; darauf wälzten sie einen gewaltigen Eisblock über das Loch, um dem Thier den Ausgang zu schließen, daß es nimmer wieder komme.

»Gute Reise, Kapitän!« rief der brutale Matrose.

Gleich darauf kehrten Pen und Waren wieder an Bord zurück. Johnson hatte gar nichts davon gemerkt; der Nebel um das Schiff herum ward dichter und es begann wieder heftig zu schneien.

Eine Stunde nachher erschienen auch Richard Shandon, der Doctor und Garry wieder auf dem Forward.

Shandon hatte in nordöstlicher Richtung ein Fahrwasser bemerkt, welches er zu benutzen beschloß. Demnach ertheilte er seine Befehle; die Mannschaft gehorchte mit einer gewissen Rührigkeit; sie wollte Shandon die Unmöglichkeit weiter zu dringen begreiflich machen, und zudem hielt sie sich noch drei Tage zum Gehorsam verbunden.

Während eines Theiles der Nacht und des folgenden Tages wurde die Säge-Arbeit und das Ziehen des Schiffes eifrig fortgesetzt; der Forward kam ungefähr zwei Meilen weiter nordwärts. Am 18. befand er sich in der Nähe des Landes, fünf bis sechs Kabellängen von einem sonderbar gestalteten Pic, dem man seiner auffallenden Form wegen den Namen »Teufelsdaumen« gegeben hatte.

An derselben Stelle waren im Jahre 1851 der »Prinz Albert«, und 1853 Kaue mit dem »Advance« mehrere Wochen lang ununterbrochen stecken geblieben.

Die seltsame Gestalt des Teufelsdaumens, die öde und verlassene Umgebung, ringsum ungeheure Eisberge, manche über dreihundert Fuß hoch, das Krachen der Eisberge, welches unheimlicher Weise im Echo widerhallte, Alles machte die Lage des Forward erschrecklich traurig. Shandon begriff, daß er ihn von da wegbringen und weiter führen müsse. Vierundzwanzig Stunden nachher, seiner Schätzung nach, konnte er um etwa zwei Meilen von dieser unheimlichen Küste wegkommen. Aber das war nicht Alles. Shandon fühlte sich von Furcht befangen, und die falsche Stellung, worin er sich befand, lähmte seine Thatkraft; um seinen Instructionen nach vorwärts zu dringen, hatte er sein Schiff in eine außerordentlich gefährliche Lage versetzt; das Schiffsziehen brachte die Leute gänzlich herab; man brauchte über drei Stunden, um einen zwanzig Fuß langen Canal in ein Eis zu hauen, das vier bis fünf Fuß dick war; der Gesundheitszustand der Mannschaft drohte schon schlimmer zu werden. Shandon staunte über das Schweigen der Leute und ihre ungewöhnliche Hingebung; aber er besorgte, es möchte dies der Vorbote eines nahen Sturmes sein. Man kann sich demnach die peinliche Ueberraschung, die Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit vorstellen, welche ihn befiel, als er wahrnahm, daß in Folge einer unmerklichen Bewegung des Eisfeldes der Forward während der Nacht des 18. zum 19. wieder Alles verlor, was er durch so viele Strapazen gewonnen hatte, am Samstag Morgen befand er sich wieder im Angesicht des Teufelsdaumens, der stets drohte, und in einer noch bedenklicheren Lage; die Eisberge wurden häufiger und fuhren Phantomen gleich im Nebel vorüber.

Shandon war vollständig entmuthigt; offen gesagt, der Schrecken drang in das Gemüth dieses unverzagten Mannes und in die Herzen seiner Mannschaft. Shandon hatte vom Verschwinden des Hundes reden gehört, aber er wagte nicht die Schuldigen zu strafen; er mußte fürchten einen Aufruhr hervorzurufen.

Das Wetter war diesen Tag über erschrecklich; dicht aufgewirbelter Schnee umhüllte die Brigg mit einem undurchdringlichen Schleier; bisweilen, unter Einwirkung des Sturmwetters, theilte sich der Nebel, und das Auge sah mit Schrecken auf der Landseite den Teufelsdaumen gespensterartig emporragen.

Der Forward ankerte sich fest an einen ungeheuren Eisblock, weiter konnte er nichts thun, nichts versuchen; die Dunkelheit nahm zu, so daß der Mann am Steuer den Wachposten am Vordertheil nicht sehen konnte.

Shandon zog sich, unablässig beängstigt, in seine Cabine zurück; der Doctor ordnete seine Reisenotizen; von der Mannschaft war die Hälfte auf dem Verdeck geblieben, die anderen befanden sich im gemeinschaftlichen Saal.

In einem Moment, wo der Sturm ärger tobte, schien der Teufelsdaumen mitten im zerrissenen Nebel über die Maßen hoch zu ragen.

»Großer Gott! schrie Simpson, und wich voll Schrecken zurück.

– Was giebt es«, sagte Foker.

Nun rief es auf allen Seiten:

»Er wird uns zerschmettern!

– Wir sind verloren!

– Herr Wall! Herr Wall!

– s ist Alles aus!

– Commandant! Commandant!«

So schrieen die Leute von der Wache zusammen.

Wall stürzte auf das Hintercastell; Shandon in Begleitung des Doctors eilte auf das Verdeck und schaute.

Mitten durch die Spalten des Nebels schien der Teufelsdaumen plötzlich näher bei der Brigg; er schien phantastisch vergrößert; an seiner Spitze erhob sich ein zweiter Kegel, umgekehrt und aus feiner Spitze sich drehend; – er drohte mit seiner ungeheuern Masse das Schiff zu zertrümmern; er wankte, drohte zu fallen: ein Anblick zum Entsetzen. Jeder wich unwillkürlich zurück, und einige Matrosen verließen das Schiff, eilten auf das Eis.

»Keiner rühre sich vom Platz! rief der Commandant in strengem Ton. Jeder an seinen Posten!

– Meine Freunde, haben Sie doch keine Angst, sagte der Doctor; s ist keine Gefahr! Sehen Sie, Commandant, sehen Sie, Herr Wall, s ist eine Luftspiegelung, nichts weiter!

– Sie haben Recht, Herr Clawbonny, versetzte Meister Johnson; die Leute haben sich aus Unwissenheit durch ein Luftgebilde ängstigen lassen.«

Auf die Worte des Doctors waren die meisten der Matrosen herbeigekommen, und ihre Furcht verwandelte sich in Bewunderung dieses merkwürdigen Phänomens, welches alsbald erlosch.

»Sie nennen das Luftspiegelung! sagte Clifton; nun, der Teufel steckt doch etwas darinnen, Ihr könnt mirs glauben.

– Ganz gewiß«, erwiderte ihm Gripper. Aber als sich der Nebel ein wenig zerklüftete, erblickte der Commandant eine große und freie Fahrstraße, die er nicht vermuthet hatte. Er beschloß unverzüglich diesen günstigen Fall zu benutzen; die Leute wurden auf beiden Seiten des Fahrwassers aufgestellt, es wurden ihnen starke Taue gereicht, und sie begannen das Schiff in nördlicher Richtung zu ziehen.

Stunden lang wurde dieses Manoeuvre eifrig, obwohl schweigend, ausgeführt; Shandon hatte die Oefen heizen lassen, um den glücklicherweise entdeckten Canal zu benutzen.

»Es ist ein günstiger Zufall, sagte er zu Johnson, und wenn wir nur einige Meilen noch vorwärts kommen können, werden wir vielleicht am Ende unserer Mühsal sein! Herr Brunton, heizen Sie stärker, und sobald der Dampf hinreichend sein wird, lassen Sie mich es wissen. Wenn inzwischen unsere Leute wieder mehr Muth gewinnen, ist das ein eben so großer Gewinn. Sie eilen sich, vom Teufelsdaumen wegzukommen! Nun, so benutzen wir diese gute Stimmung.«

Auf einmal wurde der Zug der Brigg plötzlich gehemmt.

»Was giebt es? fragte Shandon. Wall, sind unsere Schlepptaue zerrissen?

– Nein, Commandant, erwiderte Wall, indem er sich über das Geländer neigte. Ei! Da kommen unsere Leute zurück, klettern auf das Schiff; sie scheinen von einem sonderbaren Schrecken befallen!

– Was giebt es denn? rief Shandon, auf das Vordertheil stürzend.

– An Bord! An Bord!« schrieen die Matrosen in ärgstem Schrecken.

Shandon blickte nach Norden hin, und Schaudern befiel ihn wider Willen.

Ein seltsames Thier, mit sprühender Zunge und riesenhaftem Schlund, sprang mit gräßlichen Bewegungen eine Kabellänge vom Schiff entfernt; es schien über zwanzig Fuß hoch zu sein, mit struppig starrenden Haaren; es verfolgte die Matrosen und stürzte auf sie zu, während es mit furchtbarem, zehn Fuß langem Schwanz den Schnee fegte und in dichten Wirbeln aufregte. Beim Erblicken eines solchen Ungeheuers wurden auch die Unverzagtesten von eisigem Schrecken befallen.

»S ist ein Bär! sagte der Eine.

– S ist der Währwolf!

– Der Löwe in der Apokalypse!«

Shandon holte eiligst aus seiner Cabine einen stets geladenen Revolver; der Doctor griff rasch zu seiner Waffe, um auf das Thier zu feuern, dessen Größe an die Vierfüßler der Urzeit erinnerte.

Es kam mit ungeheuern Sprüngen näher; Shandon und der Doctor feuerten zugleich, und es zeigte sich plötzlich durch die Erschütterung der Luftschichten eine unerwartete Wirkung.

Als der Doctor genau hinsah, konnte er nicht umhin, laut aufzulachen.

»Die Strahlenbrechung! sagte er.

– Die Strahlenbrechung!« rief Shandon.

Aber dazwischen fürchterliche Angstrufe aus der Mannschaft:

»Der Hund! rief Clifton.

– Der Kapitän Hund! wiederholten seine Kameraden.

– Er ist es! rief Pen, immer noch der Hund!«

Es war wirklich der Hund, dem es gelungen war, seine Bande zu zerreißen und durch eine andere Oeffnung wieder auf die Oberfläche des Eisfeldes zu gelangen. In diesem Augenblick war durch die Refraction, – eine unter diesen Breitegraden gewöhnliche Erscheinung – seine Gestalt in furchtbaren Verhältnissen angewachsen. Diese Täuschung war zwar durch die Lufterschütterung beseitigt, aber es blieb doch eine schlimme Wirkung auf die Gemüther der Matrosen, welche wenig fähig waren, die Erklärung der Thatsache aus rein physischen Gründen gelten zu lassen. Das Abenteuer des Teufelsdaumens, das Wiedererscheinen des Hundes unter so phantastischen Umständen, machten sie vollends in ihrer Haltung irre, und lautes Murren ließ sich auf allen Seiten hören.

< Zehntes Capitel.
Zwölftes Capitel. >



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