Frei Lesen: Das Dampfhaus - 2.Band

Kostenlose Bücher und freie Werke

Kapitelübersicht

Erstes Capitel. | Zweites Capitel. | Drittes Capitel. | Viertes Capitel. | Fünftes Capitel. | Sechstes Capitel. | Siebentes Capitel. | Achtes Capitel. | Neuntes Capitel. | Zehntes Capitel. | Elftes Capitel. | Zwölftes Capitel. | Dreizehntes Capitel. | Vierzehntes Capitel. |

Weitere Werke von Jules Verne

Martin Paz | Fünf Wochen im Ballon | Die großen Seefahrer des 18. Jahrhunderts - Erster Band | Der Chancellor | Das Dampfhaus - 1.Band |

Alle Werke von Jules Verne
Diese Seite bookmarken bei ...
del.icio.us Digg Furl Blinklist Technorati Yahoo My Web Google Bookmarks Spurl Mr.Wong Yigg


Dieses Werk (Das Dampfhaus - 2.Band) ausdrucken 'Das Dampfhaus - 2.Band' als PDF herunterladen

Jules Verne

Das Dampfhaus - 2.Band

Dreizehntes Capitel.

eingestellt: 26.7.2007



Bei dem Krachen des Schusses fiel Lady Munro ohnmächtig in die Arme ihres Gatten.

Ohne einen Augenblick zu verlieren, eilte der Oberst mit ihr und gefolgt von Goûmi quer über den Vorplatz. Dem Wächter, der, durch den Krach erweckt, emporsprang, bohrte Goûmi sein langes Messer in die Brust. Dann stürzten Beide nach dem kleinen Fußwege, der nach der Straße von Ripore führte.

Sir Edward Munro und Goûmi hatten kaum das Thor hinter sich, als die plötzlich erwachte Truppe Nana Sahibs schon den Platz vor ihrer Kaserne erfüllte.

Die Hindus wußten zuerst nicht, was sie thun sollten, wodurch die Flüchtlinge einen kleinen Vorsprung bekamen.

Nana Sahib selbst verweilte nämlich nur selten die Nacht hindurch auf der Veste. Auch am letzten Abend hatte er, nachdem Oberst Munro vor die Kanonenmündung gebunden worden war, einige Führer der Goudmana-Stämme aufgesucht, was er am hellen Tage gern vermied. Jetzt war aber schon die Stunde herangekommen, wo er gewöhnlich zurückkehrte, und er konnte jeden Augenblick erscheinen.

Kâlagani, Nassim, die Hindus, die Dacoits, zusammen wohl über hundert Mann, waren bereit, den Spuren des Flüchtlings zu folgen. Nur ein Gedanke hielt sie davon ab. Sie wußten ja gar nicht, was überhaupt vorgefallen war. Die Leiche des Hindus, der bei dem Oberst gewacht hatte, konnte ihnen natürlich keinen Aufschluß geben. Sie vermochten also nichts Anderes anzunehmen, als daß durch einen unerklärten Zufall vor der Hinrichtungsstunde Feuer an das Geschütz gekommen und von dem Gefangenen nichts weiter mehr übrig sei als unförmliche, zerrissene Reste.

Kâlaganis und der Anderen Wuth machte sich in lauten Verwünschungen Luft. Weder Nana Sahib, noch einer von ihnen, hatte sich also am Anblick des Oberst Munro in dessen letzten Minuten weiden können.

Der Nabab war indeß nicht fern. Er mußte die Detonation gehört haben und kehrte darauf hin jedenfalls sofort nach der Veste zurück.

Was sollte man ihm zur Antwort geben, wenn er wegen des der Obhut seiner Leute anvertrauten Gefangenen Rechenschaft forderte?

Solche Gedanken beschäftigten Alle und verursachten einige Zögerung, wodurch die Flüchtlinge Zeit gewannen, unbemerkt ein gutes Stück von der Veste wegzukommen. .

Nach dieser wunderbaren Rettung von bester Hoffnung beseelt, eilten Sir Edward Munro und Goûmi den vielfach gewundenen Steg hinab, so schnell sie konnten. Die kräftigen Arme des Obersten fühlten die noch immer ohnmächtige Lady Munro kaum. Uebrigens war auch sein Diener zur Hand, ihm zu Hilfe zu kommen.

Fünf Minuten nach Durchschreitung des Thores hatten Beide schon die Hälfte des Weges bis zum Thale hinab hinter sich. Inzwischen wurde es heller und heller und das Tageslicht drang auch schon in die Tiefe hinab.

Da vernahmen sie über sich ein lautes Geschrei.

Ueber die Brustwehr gebeugt, hatte Kâlagani, wenn auch undeutlich, doch zwei entfliehende Männer bemerkt. Einer derselben konnte niemand Anderes sein als der Gefangene Nana Sahibs.

»Munro! Das ist Munro!« rief Kâlagani schäumend vor Wuth.

Die ganze Rotte brach nun eiligst zur Verfolgung auf.

»Wir sind gesehen worden! sagte der Oberst, ohne seine Schritte zu hemmen.

– Die Ersten halte ich auf! antwortete Goûmi. Sie werden mich umbringen. Sie gewinnen aber Zeit genug, um die Straße zu erreichen.

– Wir werden entweder Beide fallen oder Beide davon kommen!« entgegnete Oberst Munro.

Der Oberst und Goûmi hatten ihre Schritte beschleunigt. Auf dem unteren, minder steilen Ende des Steges angelangt, konnten sie sogar laufen. Jetzt brauchten sie nur noch hundert Schritt bis zur Straße von Ripore, welche nach der großen Landstraße hinführte, auf welcher sie leichter entfliehen konnten.

Freilich wurde da auch die Verfolgung leichter. Ein Versteck zu suchen, wäre unnütz gewesen, denn sie wären nur zu bald aufgefunden worden. Es blieb ihnen also nichts übrig, als den Hindus möglichst weit zuvorzukommen und eher, als sie, den letzten Paß der Vindhyas hinter sich zu lassen.

Oberst Munros Entschluß stand für jeden Fall fest. Lebend wollte er unbedingt nicht wieder in Nana Sahibs Hände fällen. Auch Die, welche das Schicksal ihm eben erst wiedergegeben, sollte durch seine Hand von Goûmis Dolche den Tod finden und dann wollte er diesen sich selbst ins Herz stoßen.

Beide hatten einen Vorsprung von etwa fünf Minuten. Als die ersten Hindus durch das Thor stürmten, gewahrten Oberst Munro und Goumi schon den breiteren Weg, der sich an den Fußsteg anschloß und der schon in der Entfernung einer Viertelmeile auf die Landstraße auslief.

»Hurtig, Herr! rief Goûmi, bereit den Oberst mit seinem eignen Leibe zu decken. Vor Ablauf von fünf Minuten befinden wir uns auf der Straße von Jubbulpore!

– Gott gebe, daß wir da Hilfe finden!« murmelte Oberst Munro.

Das Rufen und Schreien der Hindus wurde immer deutlicher hörbar.

Gerade als die Flüchtlinge den Weg im Thale betraten, lenkten raschen Schrittes zwei Männer am Anfang des Bergpfades ein.

Es war hell genug, um sich erkennen zu können, und Beide riefen fast gleichzeitig mit haßerfüllter Stimme:

»Munro!

– Nana Sahib!«

Auf den Donner der Kanone hin war der Nabab herbeigeeilt, um zu sehen, was auf der Veste vorging. Er konnte nicht begreifen, warum sein Befehl vorzeitig ausgeführt worden sei.

Ein Hindu begleitete ihn; bevor dieser aber einen Schritt oder eine Bewegung machen konnte, lag er schon zu Füßen Goûmis von demselben Messer zu Tode getroffen, das die Fesseln des Oberst zerschnitten hatte.

»Hierher! rief Nana Sahib seinen Leuten zu, welche, den Fußpfad herabkamen.

– Ja, zu Dir!« antwortete Goûmi.

Und schneller als der Blitz, stürzte er auf den Nabab.

Er beabsichtigte, wenn es ihm nicht gelang, jenen mit dem ersten Dolchstoß zu tödten, wenigstens mit ihm zu kämpfen, um Oberst Munro Zeit zu gewähren, die Straße zu erreichen; die Eisenhand des Nabab hatte aber die seinige gepackt und das Messer war ihm dabei entfallen.

Wüthend, sich entwaffnet zu sehen, faßte Goûmi darauf seinen Gegner um den Leib, drückte ihn fest an sich und trug ihn fort, um sich mit demselben in den ersten Abgrund zu stürzen.

Inzwischen kamen Kâlagani und die Uebrigen immer näher – jetzt erreichten sie schon das Ende des Bergpfades, und nun war kaum noch Hoffnung, ihnen zu entrinnen.

»Aushalten! Aushalten! rief Goûmi. Einige Minuten nehme ichs mit den Kerlen auf und gebrauche ihren Nabab als Schild! Fliehen Sie, Herr! Fliehen Sie ohne mich!«

Eine höchstens drei Minuten lange Wegstrecke trennte jetzt die Flüchtigen noch von ihren Verfolgern, und der Nabab rief mit halberstickter Stimme nach Kâlagani.

Da hörten jene plötzlich zwanzig Schritte vor sich laute Rufe.

»Munro! Munro!« klang es von dort her.

Auf der Straße von Ripore erschien Banks mit Kapitän Hod, Maucler, dem Sergeanten Mac Neil, Fox und Parazard, und hundert Schritte von ihnen auf der breiten Landstraße stand der Stahlriese, von dem ein lustiger Rauch emporwirbelte, und der mit Storr und Kâlouth die Uebrigen erwartete.

Nach Zerstörung des letzten Wagens vom Steam-House war dem Ingenieur und seinen Gefährten nur noch Eines übrig geblieben; sie mußten den Elephanten, dem die Dacoits nichts hatten anhaben können, als Gefährt zu benutzen suchen. Auf demselben zusammengedrängt, waren sie auch sobald als möglich vom Puturia-See weg und die Landstraße nach Jubbulpore hingefahren. Als sie eben an dem nach der Veste führenden Seitenwege vorüberdampfen wollten, hatten sie jedoch den furchtbaren Knall hoch über sich gehört und in Folge dessen angehalten.

Eine Ahnung, ein Instinkt, wenn man so sagen will, drängte sie, jenen Seitenweg zu verfolgen, ohne daß sie hätten sagen können, was sie dabei hofften.

Wie dem auch sei, jedenfalls sahen sie sich plötzlich dem Oberst Munro gegenüber, der sie anrief!

»Rettet, rettet nur Lady Munro!

– Und haltet Nana Sahib fest, den echten Nana Sahib!« rief Goûmi.

Er hatte mit den letzten Kräften den Nabab zur Erde geworfen, den Kapitän Hod, Mac Neil und Fox jetzt packten.

Ohne eine weitere Erklärung zu verlangen, eilten Banks und die Uebrigen zu dem Stahlriesen auf der Landstraße.

Auf Anordnung des Obersten, der ihn den englischen Behörden ausliefern wollte, wurde Nana Sahib am Halse des Elephanten festgebunden. Lady Munro brachte man in dem Thürmchen unter, wo ihr Gatte neben ihr Platz nahm. Einzig mit seinem Weibe beschäftigt, die allmälich wieder erwachte, glaubte er auch schon einen Schimmer von Vernunft in ihr aufdämmern zu sehen.

Der Ingenieur und seine Gefährten hatten sich rasch auf den Rücken des Stahlriesen geschwungen.

Es war jetzt heller Tag geworden. Schon zeigten sich die ersten Hindus höchstens etwa dreihundert Schritte weiter rückwärts. Auf jeden Fall mußte man suchen, den vorgeschobenen Posten des Militär- Cantonnements von Jubbulpore, welcher vor die äußersten Ausläufer des Vindhyas gelegt ist, vor ihnen zu erreichen.

Der Stahlriese hatte Ueberfluß an Wasser und Brennmaterial, um ihn unter starkem Drucke zu halten und mit größter Geschwindigkeit hindampfen zu lassen. Auf der vielfach gewundenen Straße konnte man freilich nicht blind darauf zufahren.

Immer lauter erscholl das Geschrei der Hindus, die ihm offenbar näher kamen.

»Wir werden uns vertheidigen müssen, sagte der Sergeant Mac Neil.

– Daran solls nicht fehlen!« versicherte Kapitän Hod.

Noch hatte man etwa ein Dutzend Schüsse vorräthig. Es erschien also dringend gerathen, keine einzige Kugel zu vergeuden, denn die Hindus waren bewaffnet, und es kam darauf an, sie in gebührender Entfernung zu halten,

Kapitän Hod und Fox setzten sich mit der Büchse in der Hand auf das Kreuz des Elephanten, dicht hinter dem Thürmchen. Goûmi befand sich vorn, das Gewehr an der Schulter, um in schräger Richtung feuern zu können. Mac Neil, den Revolver in der einen, den Dolch in der anderen Hand, wich nicht von Nana Sahibs Seite, bereit, ihm den Garaus zu machen, wenn die Hindus herankämen! Kâlouth und Parazard hielten sich vor dem Roste auf, den sie mit Brennmaterial beschickten. Banks und Storr leiteten den Gang des Stahlriesen.

Schon dauerte die Verfolgung zehn Minuten lang an. Höchstens zweihundert Schritte trennten jetzt die Hindus noch von Banks und den Seinen. Wenn jene schneller vorwärts kamen, so konnte der Elephant dafür das Laufen länger aushalten. Die ganze Taktik bestand also darin, jene keinen Vorsprung gewinnen zu lassen.

Da knatterten ein Dutzend Schüsse. Die Kugeln pfiffen über den Stahlriesen hinweg, bis auf eine, die das Rüsselende traf.

»Schießt nicht, wir dürfen nur sicher gezielt Feuer geben! rief Kapitän Hod. Schont die Kugeln! Sie sind noch zu weit!«

Jetzt gewahrte Banks, daß die Straße, auf etwa eine Meilen in gerader Linie verlief; sofort öffnete er den Regulator mehr, der Stahlriese dampfte schneller dahin und ließ die Rotte bald um mehrere hundert Schritt weiter hinter sich.

»Hurrah! Hurrah unserem Stahlriesen! jubelte Kapitän Hod, der seiner Freude Ausdruck verleihen mußte. Ah, die Schufte sie werden ihn nicht erlangen!«

Am Ende jener geraden Strecke stieg die Straße aber noch einmal in Windungen empor, um den letzten Rücken des südlichen Ausläufers der Vindhyas zu überschreiten, wodurch Banks und die Seinigen natürlich etwas gehemmt wurden. Kâlagani und die Uebrigen wußten das recht gut und ließen also nicht von der Verfolgung ab.

Der Stahlriese hatte bald genug den steileren, engen Paß erreicht, der sich zwischen zwei hohen Felsabhängen dahinwand.

Jetzt mußte die Geschwindigkeit vermindert und nur mit größter Vorsicht weiter gefahren werden. In Folge dieser Verzögerung gewannen die Hindus auch das verlorene Terrain allmälich wieder. Wenn sie auch keine Hoffnung hatten, Nana Sahib, den jeden Augenblick ein Dolchstoß bedrohte, zu retten, so wollten sie wenigstens seinen Tod rächen.

Bald krachten von Neuem einige Schüsse, ohne einen von Denen, die der Stahlriese dahinführte, zu treffen.

»Die Sache wird ernsthaft! sagte Kapitän Hod, indem er die Büchse anlegte. Achtung!«

Goûmi und er feuerten gleichzeitig. Zwei der nächsten Hindus wälzten sich, in die Brust getroffen, am Boden.

»Zwei weniger, sagte Goûmi, der seine Waffe wieder lud.

– Ja, zwei Procent! rief Kapitän Hod. Das ist nicht genug. Wir müssen mehr erhandeln!«

Die Büchsen des Kapitäns und Goûmis, zu denen jetzt auch die Flinte Fox sich gesellte, streckten drei andere Hindus todt nieder.

Durch den gewundenen Paß ging die Fahrt aber nicht schnell vorwärts. Denn während die Straße enger wurde, stieg sie, wie erwähnt, auch ziemlich steil an. Noch eine halbe Meile, dann war die letzte Rampe der Vindhyas überwunden und der Stahlriese konnte sich nur noch hundert Schritte vor dem Wachtposten befinden, von wo aus die Station Jubbulpore sichtbar sein mußte.

Die Hindus waren nicht solche Memmen, vor dem Feuer des Kapitäns und seiner Gefährten zurückzuweichen.

Das Leben galt ihnen ja nichts, wenn es sich darum handelte, Nana Sahib zu retten oder zu rächen. Zehn, zwanzig derselben fielen unter den Kugeln, aber achtzig waren noch beisammen, den Stahlriesen zu überfallen, das kleine Häuflein Männer zu besiegen, welchen er als bewegliche Schanze diente. Sie verdoppelten also ihre Anstrengungen, um Die, welche sie verfolgten, einzuholen.

Kâlagani wußte übrigens nicht, daß Kapitän Hod und den Anderen bald die Patronen ausgehen und Büchsen und Flinten in ihren Händen zu nutzlosen Waffen werden mußten.

In der That hatten die Fliehenden schon die Hälfte ihrer Munition aufgebraucht und kamen nun bald in die Lage, sich nicht mehr vertheidigen zu können.

Doch krachten jetzt wiederum vier Schüsse und vier Hindus stürzten zur Erde.

Kapitän Hod und Fox besaßen nur noch zwei Kugeln.

Da stürmte Kâlagani, der sich bisher immer etwas gedeckt gehalten hatte, wuthverblendet weiter vor.

»Aha! Du! die letzte gilt Dir!« sagte Kapitän Hod und zielte in größter Ruhe.

Die Kugel flog aus der Büchse und traf den Verräther mitten in die Stirn. Zwecklos bewegten sich seine Hände noch einmal in der Luft, dann taumelte er und brach leblos zusammen.

Da ward der südliche Ausgang des Passes sichtbar. Der Stahlriese machte eine letzte Anstrengung. Noch einmal donnerte Fox Flinte, noch einmal wälzte sich ein Hindu in seinem Blute.

Die Uebrigen nahmen jedoch sehr bald wahr, daß das Feuern aufhörte, und setzten jetzt Alles daran, den Elephanten selbst, von dem sie eine Strecke von höchstens fünfzig Schritt noch trennte, einzuholen und anzugreifen.

»Herunter! Herunter!« rief Banks.

Wie die Dinge lagen, schien es allerdings rathsamer, bis zu dem nicht mehr entfernten Wachtposten zu laufen.

Oberst Munro sprang, sein Weib in den Armen haltend, auf die Straße.

Kapitän Hod, Maucler, der Sergeant und die Uebrigen kletterten sofort herab.

Nur Banks war in dem Thürmchen geblieben.

»Und dieser Schurke? rief Kapitän Hod, auf Nana Sahib zeigend, der an dem Halse des Elephanten festgebunden lag.

– Ueberlasse das mir, lieber Kapitän!« antwortete Banks mit eigenthümlichem Tone.

Darauf drehte er noch einmal an dem Regulator und stieg nun selbst herab.

Alle entflohen, den Dolch in der Hand und entschlossen, ihr Leben so theuer als möglich zu verkaufen.

Der Stahlriese rollte, obwohl sich selbst überlassen, unter dem Drucke des Dampfes die Straße weiter hinauf; da ihn aber keine verständige Hand mehr leitete, stieß er bald gegen die Felswand zur Linken des Weges, wie ein Widder, der den Gegner mit dem Kopfe anrennt, und sperrte, plötzlich angehalten, die Straße fast vollständig.

Banks und die Anderen waren schon weitere dreißig Schritt vorausgeeilt, als sich die Hindus in Menge auf den Stahlriesen stürzten, um Nana Sahib zu befreien.

Plötzlich erschütterte ein furchtbares Krachen, wie ein heftiger Donnerschlag, die Luft und hallte in den benachbarten Bergen wider.

Banks hatte beim Verlassen des Thürmchcns die Sicherheitsventile des Kessels belastet, so stark er konnte. Der Dampfdruck stieg dadurch ungeheuer an, und als der Stahlriese gegen die Felswand rannte, sprengte derselbe, da er durch die Cylinder keinen Ausgang mehr fand, den Kessel, dessen Trümmer nach allen Richtungen hin verstreut wurden.

»Armer Riese! klagte Kapitän Hod, Du erlittest den Tod, um uns zu retten!«

< Zwölftes Capitel.
Vierzehntes Capitel. >



Die Inhalte dieser Seite sind Eigentum der Öffentlichkeit.
Sollten trotzdem Urheberrechte entgegen unserem Wissen verletzt worden sein, bitten wir Sie mit uns Kontakt aufzunehmen.