Frei Lesen: Martin Paz

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Jules Verne

Martin Paz

IV.

eingestellt: 15.8.2007



Jeder Andere, als Martin Paz, wäre wohl in den Fluthen der Rimac umgekommen. Um dem Tode zu entgehen, bedurfte es seiner ganz außergewöhnlichen Körperkraft, seines unbesiegbaren Willens und vorzüglich des kalten Blutes, das ein Privilegium der freien Indianer der Neuen Welt zu sein scheint.

Martin Paz wußte recht gut, daß die Soldaten alles aufbieten würden, um ihn unterhalb der Brücke, wo der Strom fast nicht zu passiren war, abzufangen, doch es gelang ihm, alle Hindernisse siegreich zu überwinden. Weiter stromaufwärts bot ihm das Wasser weniger Schwierigkeiten, und er vermochte, noch bevor Jemand dahin kam, das Ufer zu erreichen, wo er sich zunächst hinter einem Magnolienbusche verbarg.

Doch was nun beginnen? Die Soldaten konnten sich ja wohl anders besinnen und auch am Flusse stromaufwärts nachsuchen. Martin Paz wäre dann ganz sicher ergriffen worden. Schnell entschlossen kam ihm der Gedanke, nach der Stadt zurückzukehren und sich dort irgendwo zu verbergen.

Um etwaigen Eingeborenen, die sich verspätet hatten, ausweichen zu können, wählte er eine der breitesten Straßen. Doch überall schien es ihm, als ob man ihm auflaure. Er durfte nicht zaudern. Da zeigte sich seinen Blicken ein glänzend erleuchtetes Haus; noch stand der Thorweg desselben weit offen, durch den die Equipagen rasselten, welche die Spitzen der spanischen Aristokratie wieder nach Hause führten.

Ungesehen schlüpfte Martin Paz in das Haus hinein, dessen Pforten sich sehr bald hinter ihm schlossen. Ohne weiter zu überlegen, eilte er eine Treppe von Cedernholz, deren Wände mit kostbaren Tapeten geschmückt waren, hinauf; die Salons des Hauses glänzten noch in einem Lichtmeere, waren aber vollkommen menschenleer; mit der Schnelligkeit eines Blitzes durchlief er dieselben und verbarg sich endlich in einem dunkleren Zimmer.

Bald erloschen die letzten Lichter, und ein tiefes Schweigen senkte sich über das Haus.

Martin Paz bemühte sich nun, seine Umgebung kennen zu lernen. Die Fenster dieses Zimmers öffneten sich nach einem inneren Garten; von hier aus erschien ihm eine Flucht ausführbar, und eben wollte er sich hinaus schwingen, als er hinter sich die Worte hörte:

»Senor, Ihr habt vergessen, die Diamanten zu stehlen, die ich auf diesem Tische zurückgelassen hatte!«

Martin Paz wendete sich um. Ein Mann von stolzem Aussehen wies mit dem Finger nach einem Schmuckkästchen.

Tief gekränkt näherte sich der Indianer dem Spanier, der eine unerschütterliche Ruhe bewahrte, zog seinen Dolch, den er gegen sich selber kehrte, und erwiderte:

»Senor, wenn Sie diese Worte wiederholen, so tödte ich mich vor Ihren Augen!«

Der erstaunte Spanier betrachtete den Eindringling genauer und fühlte in seinem Herzen eine Art Sympathie für Jenen erwachen. Er ging nach dem Fenster, schloß dieses geräuschlos und wendete sich wieder zu dem Indianer, dessen Dolch zur Erde gefallen war.

»Wer sind Sie?« fragte er.

– Der Indianer Martin Paz ... Ich bin von Soldaten verfolgt, weil ich mich gegen einen Mestizen, der mich angriff, wehrte und ihn mit einem Dolchstoße niederwarf. Jener Mestize ist der Verlobte eines Mädchens, das ich liebe. Und jetzt, Señor, können Sie mich meinen Feinden ausliefern, wenn es Ihnen gut dünkt!

– Herr, erwiderte einfach der Spanier, morgen reise ich nach den Bädern von Chorillos,. Ist es Ihnen recht, mich zu begleiten, so werden Sie augenblicklich vor jeder Verfolgung gesichert sein und sich niemals über die Gastfreundschaft des Marquis Don Vegal zu beklagen haben!«

Martin Paz verbeugte sich kühl.

»Bis morgen können Sie wohl auf diesem Ruhebette übernachten, fuhr Don Vegal fort. Kein Mensch wird Ihre Zuflucht verrathen.«

Der Spanier verließ das Gemach und den Indianer in seiner Erregung über solch edelmüthiges Zutrauen; dann aber legte sich Martin Paz im Vertrauen auf den Schutz des Marquis nieder und schlief sorgenlos ein.

Am anderen Tage traf der Marquis mit Sonnenaufgang die letzten Anordnungen zu seiner Abreise und ließ den Juden Samuel zu sich rufen; vorher jedoch begab er sich nach der Frühmesse.

Es war das eine von der gesammten peruanischen Aristokratie beobachtete Gewohnheit. Von der Zeit seiner Gründung an war Lima eine wesentlich katholische Stadt; außer ihren zahlreichen Kirchen besaß sie noch zweiundzwanzig Convente, siebenzehn Klöster und vier Asyle für Frauen, welche kein Gelübde ablegten. Zu jeder dieser Anstalten gehörte eine Capelle, so daß in Lima mehr als hundert dem Gottesdienste gewidmete Gebäude vorhanden waren, in denen achthundert Weltgeistliche oder Ordensbrüder und dreihundert Klosterfrauen, Laienbrüder und Schwestern den heiligen Handlungen oblagen.

Als Don Vegal Santa-Anna betrat, bemerkte er ein betendes und in Thränen schwimmendes Mädchen auf den Knieen liegen. Nicht ohne Rührung vermochte der Marquis ihren Schmerz zu sehen, und wollte eben einige wohlwollende Worte an sie richten, als der Pater Joachim dazu kam und ihm mit leiser Stimme zuflüsterte:

»Don Vegal, um Gottes Barmherzigkeit willen, nähern Sie sich ihr nicht!«

Dann winkte der Priester Sarah, die ihm in eine halbdunkle und verlassene Capelle folgte.

Don Vegal begab sich nach dem Altare und hörte andächtig die Messe; als er zurückkehrte, dachte er unwillkürlich an jenes junge Mädchen, deren Bild sich ihm tief eingeprägt hatte.

Im Salon fand der Marquis den Juden Samuel, der auf seine Veranlassung gekommen war. Samuel schien die Ereignisse der Nacht vergessen zu haben. Die Hoffnung auf Gewinn belebte seine Züge.

»Was wünschen Ew. Gnaden? fragte er den Spanier.

– Ich brauche binnen einer Stunde 30,000 Piaster.

– Dreißigtausend Piaster! ... Wer hat so viel im Besitz? ... Beim heiligen König David, Señor, ich bin mehr in Verlegenheit, diese aufzutreiben, als Euer Gnaden das wohl glauben.

– Hier sind einige Schmuckkästchen von hohem Werthe, fuhr Don Vegal fort, ohne sich um die Einrede des Juden zu kümmern. Außerdem verkaufe ich Euch zu billigem Preise ein tüchtiges Stück Land bei Cusco ...

– O, Señor! rief der Jude, die Ländereien richten uns noch zu Grunde. Es fehlen die Hände, sie zu bebauen. Die Indianer ziehen sich in die Berge zurück, und die Ernten bezahlen kaum die darauf verwendeten Kosten.

– Wie hoch schätzt Ihr diese Diamanten?« fragte der Marquis.

Samuel zog eine kleine Juwelenwage aus der Tasche und wog die Edelsteine mit peinlichster Genauigkeit. Dazwischen sprach er, seiner Gewohnheit gemäß, halblaut vor sich hin und berechnete den Werth des Pfandes weit unter dem wirklichen Werthe.

»Diamanten! ... Schlechte Kapitalanlage! ... Was bringen sie ein? ... Da thut man besser, sein Geld zu vergraben! ... Wollen Sie bemerken, Señor, daß dieser hier nicht von tadellos reinem Wasser ist ... Wissen Sie auch, daß es mir unmöglich ist, diese kostbaren Geschmeide einigermaßen vortheilhaft an den Mann zu bringen? Ich muß sie bis nach den Vereinigten Staaten senden. Die Amerikaner nehmen sie mir wohl ab, doch nur, um sie den Söhnen Albions wieder zu verkaufen. Sie verlangen mit Recht hohe Commissionsgebühren, welche natürlich mir zur Last fallen ... Ich denke, mit 10,000 Piaster werden Ew. Gnaden hierfür zufrieden sein! ... Ich weiß, es ist wenig, aber ...

– Habe ich schon gesagt, fiel der Spanier mit verächtlicher Miene ein, daß mir 10,000 Piaster nicht genügten?

– Señor, ich könnte auch keinen halben Realen mehr darauf legen.

– Nehmt die Juwelen und stellt mir sofort die Summe zu. Um die 30,000 Piaster, die ich brauche, voll zu machen, nehmt Ihr eine Hypothek auf dieses Haus ... Erscheint sie Euch gesichert?

– Ah, Señor, in dieser von Erdbeben so oft heimgesuchten Stadt weiß man nicht, wer da lebt oder stirbt, noch wer stehen bleibt oder fällt!«

Bei diesen Worten trat Samuel wiederholt stärker mit den Fersen auf, wie um den getäfelten Fußboden auf seine Haltbarkeit zu prüfen.

»Doch, um Ew. Gnaden zu Diensten zu sein, fuhr er fort, will ich mein Möglichstes thun, obwohl ich gerade jetzt darauf halten muß, mich nicht zu sehr auszugeben, weil ich meine Tochter eben an den Cavalier Andreas Certa verheirate ... Sie kennen diesen, Señor?

– Ich kenne ihn nicht, und ersuche Euch nur, mir die stipulirte Summe zu senden. Nehmt die Kästchen mit fort.

– Wünschen Sie einen Empfangschein?« fragte der Jude.

Don Vegal antwortete gar nicht und begab sich nach dem anstoßenden Zimmer.

»Hochmüthiger Spanier, murmelte Samuel zwischen den Zähnen, Deine Unverschämtheit werde ich Dir noch ebenso entgelten lassen, wie ich Deine Reichthümer verschlinge. Beim heiligen Salomon! Ich bin ein geschickter Mann, da meine Interessen und meine Gefühle übereinstimmen!«

Als Don Vegal den Juden verließ, fand er Martin Paz in tiefer Niedergeschlagenheit.

»Was fehlt Ihnen? fragte er theilnehmend.

– Señor, die Tochter dieses Juden ist es, die ich liebe!

– Eine Jüdin!« rief Don Vegal mit einem Gefühle des Widerstrebens, das er nicht zu bemeistern vermochte.

Doch da er den Kummer des Indianers sah, fügte er hinzu:

»Wir wollen jetzt abreisen, Freund, und darüber später reden!«

Eine halbe Stunde darauf verließ Martin Paz in fremder Kleidung und begleitet von Don Vegal, der sonst keinen seiner Leute mitnahm, die Stadt.

Die Seebäder von Chorillos liegen nur zwei Stunden von Lima entfernt. Dieses indianische Kirchspiel besitzt ein hübsches Gotteshaus und ist während der Sommersaison das Rendezvous der eleganten Welt aus Lima. Die öffentlichen Spielhäuser, welche in der Stadt untersagt sind, bleiben hier während der ganzen Badesaison geöffnet. Die Señoras geben sich dem Hazard mit unbeschreiblichem Eifer hin, und mehr als ein reicher Cavalier hat vor diesen reizenden Gegnerinnen sein Vermögen binnen einigen Nächten verschwinden sehen.

Noch war Chorillos wenig von Badegästen besucht. So konnten auch Don Vegal und Martin Paz unter Betrachtung der unendlichen Wasserflächen des Pacifischen Oceanes ruhig in einem am Meeresstrande gelegenen Sommerhäuschen wohnen.

Marquis Don Vegal, der Sproß einer der ältesten spanischen Familien Perus, sah mit seiner Person die ahnenreiche Linie, auf die er mit Recht stolz war, erlöschen. Seinem Gesichte hatten sich die Spuren tiefer Traurigkeit eingegraben. Nachdem auch er sich eine Zeit lang mit Politik beschäftigt, hatte ihn ein unaussprechlicher Widerwille gegen die ewigen, nur im Interesse einzelner ehrgeiziger Persönlichkeiten ins Werk gesetzten Revolutionen erfaßt, und er sich in eine Art Einsamkeit zurückgezogen, die nur die unausweichlichen Pflichten seiner gesellschaftlichen Stellung sehr selten unterbrachen.

Sein früher ungeheurer Reichthum schwand von Tag zu Tag. Die Vernachlässigung seiner Güter in Folge Mangels an Arbeitskräften nöthigte ihn zu hochverzinslichen Anleihen; doch das drohende Gespenst des vollkommenen Ruins erschreckte ihn nicht. Die der spanischen Race so eigene Sorglosigkeit, verbunden mit der Langenweile eines zwecklosen Lebens, hatten ihn gegen die trübe Zukunft ganz unempfindlich gemacht. Früher Gatte einer angebeteten Frau und Vater eines reizenden kleinen Mädchens, entriß ihm eine schreckliche Katastrophe diese beiden Kleinode seines Herzens. Später hatte er, der vornehmen Spanier, zu denen ihm das Vertrauen fehlte, müde und abgestoßen von dem hochfahrenden Wesen der Mestizen, ein Vergnügen daran gefunden, sich der primitiven Race zu nähern, welche einst den amerikanischen Boden so ausdauernd gegen die Schaaren Pizarros vertheidigte.

Nach den Berichten, die dem Marquis zugingen, galt der Indianer in Lima für todt; Don Vegal, der Martin Paz Annäherung an eine Jüdin für noch weit schlimmer hielt, als den Tod, entschloß sich, jenen zweifach zu retten, indem er erst die Heirat Andreas Certas mit der Tochter Samuels sich vollziehen lassen wollte.

Und während eine nie schwindende Trauer in Martin Paz Herzen wohnte, vermied der Marquis ängstlich jede Anspielung auf die Vergangenheit und suchte den jungen Indianer durch völlig gleichgiltige Sachen zu unterhalten.

Eines Tages jedoch sprach Don Vegal von Kummer befangen:

»Warum, mein Freund, soll Ihre edle Natur eines so gewöhnlichen Gefühls wegen ersticken? Ist Ihr Vorfahr nicht auch jener kühne Manco-Capac, dessen Patriotismus ihm eine Stellung unter den gefeierten Helden sicherte? Welch schöne Rolle könnte nicht ein Mann spielen, der sich von keiner unwürdigen Leidenschaft lähmen läßt! Treibt es Sie denn gar nicht, einst Ihre Unabhängigkeit wieder zu erstreiten?

– Daran arbeiten wir, Senor, und vielleicht ist der Tag der allgemeinen Schilderhebung nicht mehr so fern.

– Ich verstehe; Sie sprechen von jenem geheimen Kriege, den Ihre Brüder in den Bergen vorbereiten. Auf ein verabredetes Zeichen werden sie, die Waffen in der Hand, zur Stadt herniedersteigen, und – ebenso besiegt werden, wie früher stets! Seht Ihr denn nicht, wie Eure Interessen durch jene fortwährenden Revolutionen, deren Schauplatz das unglückliche Peru ist, geschädigt, und der ganze Nutzen jener Empörungen, welche Indianer und Spanier verderben, nur den Mestizen zufallen wird!

– Wir werden unser Vaterland retten! sagte lebhaft Martin Paz.

– Ja, wenn Ihr die Euch zugefallene Aufgabe richtig erfaßt! antwortete Don Vegal. Hören Sie mich an, der Sie fast wie einen Sohn liebt. Ich gestehe es mit Schmerzen, doch wir Spanier, die entarteten Nachkommen eines mächtigen Volkes, sind nicht im Stande, einen Staat wieder aufzurichten. An Euch ist es, über diesen verderblichen Amerikanismus zu siegen, der jeden ausländischen Colonisten von uns fern zu halten strebt. O, merkt es Euch: Nur eine europäische Einwanderung vermag das alte Peru noch zu retten. An Stelle des Bürgerkrieges, den Ihr vorbereitet, und der alle Kasten, mit Ausnahme einer einzigen, von der Herrschaft auszuschließen sucht, reicht lieber entgegenkommend der fleißigen Bevölkerung der Alten Welt die Hände!

– Die Indianer, Señor, werden in jedem Fremden, wer er auch sei, einen Feind sehen, und niemals leiden, daß man ungestraft die Luft ihrer Berge athme. Die Herrschaft, welche ich jetzt über sie ausübe, wird an dem Tage ohnmächtig sein, wo ich nicht den Tod ihrer Unterdrücker schwüre. – Und doch? – Was bin ich jetzt? fügte Martin Paz sehr bekümmert hinzu. Ein Flüchtling, der in den Straßen Limas nicht drei Stunden lang zu leben hätte!

– Sie müssen mir versprechen, Freund, nach Lima nie zurückzukehren.

– O, kann ich das, Don Vegal? Aus meinem Herzen käme dieses Versprechen nicht.«

Don Vegal versank in Gedanken. Die Leidenschaft des jungen Indianers wuchs von Tag zu Tage. Der Marquis fürchtete, daß er einem gewissen Tode entgegengehe, wenn jener sich in Lima wieder blicken ließe ... Er vereinigte alle Wünsche und all seinen Einfluß in dem einen Ziele, die Heirat der Jüdin zu beschleunigen.

Um sich selbst von dem Stande der Angelegenheit zu überzeugen, verließ er eines Morgens Chorillos und begab sich nach der Stadt. Dort vernahm er, daß Andreas Certa von seiner Wunde wieder vollkommen genesen war und seine bevorstehende Hochzeit den Gegenstand jeder Unterhaltung bildete.

Don Vegal wollte das junge Mädchen, das Martin Paz so bezaubert hatte, kennen lernen. Er suchte also gegen Abend die Plaza-Mayor auf, wo eine zahlreiche Menge lustwandelte. Dort begegnete er dem Pater Joachim, seinem langjährigen Freunde. Wie erstaunte der Priester, als ihm der Marquis von der Rettung Martin Paz Mittheilung machte, mit welchem Eifer versprach er, über den jungen Indianer zu wachen, und dem Marquis alle Neuigkeiten, die ihm von Interesse sein könnten, zu übermitteln.

Plötzlich fielen Don Vegals Blicke auf eine junge, von einer schwarzen Mantilla verhüllte Dame, welche malerisch in einem Wagen lehnte.

»Wer ist diese schöne Dame? fragte er den Pater Joachim.

– Das ist Andreas Certas Braut, die Tochter des Juden Samuel.

– Sie? Die Tochter des Juden!«

Kaum vermochte der Marquis sein Erstaunen zu verbergen. Hastig drückte er des Priesters Hände und schlug den Weg nach Chorillos wieder ein.

Sein Erstaunen wird erklärlich, denn er hatte in Der, die man für eine Jüdin ansah, das junge Mädchen wieder erkannt, die er wenige Tage vorher in der Kirche Santa-Anna betend antraf.

< III.
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