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Wilhelm Raabe

Alte Nester

Fünfzehntes Kapitel

eingestellt: 12.7.2007



Ich sitze da am Fenster in meiner Stube in der großen Stadt Berlin. Über meine Gasse hinweg habe ich die Aussicht in eine andere. Hunderten, ja Tausenden von Menschen, welche die letztere passieren, kann ich ins Gesicht sehen, wenn ihr Weg so führt und wenn es mir Vergnügen macht. Ein Vergnügen macht es mir jedoch selten. Aber eine gewisse Regelmäßigkeit des Verkehrs macht sich auch hier geltend. Es kommt immer zur gegebenen Stunde alles wieder, wie es von seinem Geschick geleitet wird, einerlei ob es sich der Abhängigkeit von demselben schämt oder nicht. So sind mir denn allgemach viele Gestalten und Gesichter vertraut und sozusagen zu unbekannten guten Bekannten geworden; aber nur ein einziges immer heiteres, lachendes, glückliches Gesicht kenne ich darunter, und das ist das eines blinden Knaben, der am Arme seiner Mutter täglich gegen zehn Uhr morgens die Straße hinunter kommt oder geführt wird, um bei einem Musiklehrer in meiner Nachbarschaft eine Unterrichtsstunde im Geigenspiel zu nehmen. An diesen Knaben mußte ich an diesem sehr unruhevollen Tage auf dem Steinhofe fortwährend denken, und ich sprach auch zu Irene von ihm im Schatten der Obstbäume des Grasgartens.

»Das Kind ist allmählich ein alter Bekannter von mir geworden. Ich sehe es wachsen und allgemach zum Mann werden. Es wächst jedes Jahr einmal aus seinem Rock und seinen Hosen heraus, aber es schämt sich keines Zustandes. Es läßt sich wachsen –«

»Und bleibt auch als Mann und Greis ein blindes Kind. Das einzige glückliche Gesicht unter Hunderttausenden! Armer Freund, weshalb redest du mir davon? Zum guten Exempel ist solche Heiterkeit doch wohl nicht in die Welt gesetzt! Willst du mir gar zu allen anderen übeln Eigenschaften auch noch den Neid rege machen? Worüber lachst du nun?«

»Nie über dich, arme Freundin; höchstens über dich und meinen braven tapferen Freund und Gespensterseher, den Herrn Ingenieur Sixtus auf Schloß Werden. Übrigens kommt ihr beiden Helden schon einmal vor, und zwar in der Geschichte vom Hörnernen Siegfried in den deutschen Volksbüchern. Man kennt auch eure Namen und gibt sie seit tausend Jahren von Jahrmarkt zu Jahrmarkt weiter. Jorkus und Zivilles heißt ihr da. Mich nennt man einen Gelehrten, und hier nehme ich den Titel an, denn dies ist etwas, was ich in der Tat allgemach aus den Quellen studiert haben muß und (es ist keine Tautologie, liebe Irene!) was ich wirklich weiß. Willst du wissen, wie der Vetter Just, der kein Gelehrter, aber dafür ein weiser Mann ist, sich ausdrückt?«

»Was sagt der?«

»Hasen sind sie alle beide; aber der feigste von beiden ist doch unser guter Freund Ewald Sixtus – auf Schloß Werden.«

»Das ist nicht wahr!« rief die Frau Irene, und aus ihren Augen funkelten alle die alten Blitze, die uns in den Mauern und Gärten zu Werden so oft heimgeleuchtet hatten, wenn wir zwei Jungen es den beiden Mädchen wieder einmal zu toll gemacht hatten. Da sprangen die Neigung, die Liebe, ja die Zärtlichkeit wie gewappnet hervor, und zornig flüsterte Irene Everstein: »Es weiß kein anderer als ich, wie stark Ewald Sixtus ist und welch eine Tapferkeit dazu gehört und welch ein Edelmut, daß er nicht kommt und sein Recht verlangt und sagt: ›Du mußt, armes Weib! Du bist in meiner Schuld, Irene, und du gehörst mir, wie – Schloß Werden mir gehört.‹ – Ich habe dir das aber schon gestern auf dem Stein am Wege gesagt, und du – du handelst wahrlich nicht edelmütig an mir, Fritz Langreuter!«

Die Frau weinte und ließ mich stehen. Als sie rasch von mir fortlief, war auch das ganz wie in unserer Kinderzeit, als unsere Nester noch im Grün, im Sonnenschein und Himmelsblau hingen; aber damals weinte sie nie, sie drohte lieber über die Schulter zurück, und es war immer Ewald Sixtus, dem die erhobene Kinderfaust galt. Ich aber wußte jetzt, daß es nicht nur das beste war, daß sie zu dem Freunde ging, sondern daß sie sich schon auf dem Wege zu ihm befand. Aber es war mir dazu auch von neuem bestätigt worden, daß der irländische Ingenieur nicht nur ein sehr tapferer und starker Mann, sondern auch ein sehr schlauer Mensch war, und alles dies in der rechten Weise, nämlich ohne daß er selber von seinen Vorzügen im gegebenen Moment irgendwie genau Rechenschaft ablegen konnte. Er war klug, ohne es zu wissen, und so ging er um Schloß Werden herum; er war fest überzeugt, sich zu fürchten, und auf dem Steinhofe wurde man sofort sehr böse und fing an zu weinen, wenn irgend jemand nur im mindesten an seine Herzhaftigkeit rührte und den leisesten Zweifel darob kundgab.

Lose hängen alle Kränze und Gewinste in dieser Welt über den Häuptern der Menschen; auf wohlbedächtig gezimmerten Leitern aber steigt man nicht zu ihnen empor, und die, welche die schönsten Kränze tragen, rühmen nie ihre eigene Kunstfertigkeit und Ausdauer deswegen. Im Gewinn erkennen sie erst recht, welcher linde Hauch, welche aura coelestis ihnen das Glück oder die Erfüllung ihres Wunsches oder das große wirkliche Kunstwerk zuwarf.

Etwas spät fielen die goldenen Äpfel in diesem Falle, aber sie fielen doch noch; und abermals erwies es sich, daß wir in einer Welt unser Dasein führen, in der es ebensowohl der Hauch des Todes wie der des Lebens sein kann, der die Zweige bewegt und schüttelt.

Erst am Mittage, nachdem der Vetter seine Steinfuhre am Tillenbrink wieder aufgerichtet und im Lämmerkampe unter seinem Arbeitsvolk Ordnung gestiftet hatte, bekam ich Irene von neuem zu Gesichte. Dies wird noch einmal ein Kapitel der Wiederholung; ich aber kann wahrhaftig auch diesmal nichts dafür.

Wieder die alte gute Bauernstube des Steinhofes! Wieder der lange nahrhafte Tisch von dem einen Ende derselben bis zum anderen; und wir allesamt daran vor den Tellern und Schüsseln: der Meister, die Knechte, die Mägde und die Gäste!

Und wieder wurde der Vetter herausgerufen, ging mit dem guten behaglichen Lächeln auf dem schweißglänzenden Gesicht und kam nach einer ziemlichen Weile sehr erregt wieder herein. Still setzte er sich von neuem hin, nahm auch den Löffel wieder zur Hand, aber legte ihn doch abermals nieder.

Da jedermann ihn darauf ansah, sagte er zu den Leuten:

»Eßt weiter, Kinder.«

»Was ist das denn, Just?« fragte Jungfer Jule Grote angsthaft. »Es war ein Bote von drüben. Um Gott und Jesu willen: es geht doch wohl nicht wiederum den Steinhof an?«

»Nachher, liebe Alte!... Den Steinhof geht es freilich wohl an; aber es läßt ihn diesmal doch aufrecht stehen.«

Da dem Vetter Just der Hunger gänzlich vergangen zu sein schien, so verging er auch seinen Gästen so ziemlich. Doch erst, nachdem das Hofgesinde in Ruhe abgegessen und die Stube verlassen hatte, teilte uns Just Everstein mit, was ihm und uns das Schicksal durch den eiligen Boten von »drüben« hatte wissen lassen.

»Hattest recht, Jule; es war ein Bote aus Werden, und er hatte es sehr eilig. Die Leute ging es aber nichts an, sondern nur mich und – euch. Sie haben heute noch einen heißen Arbeitstag vor sich, und so schickte es sich nicht, sogleich damit herauszufahren. Für mich – für uns ist es wieder einmal ein schwerer Tag geworden. O, es ist schade, schade! Ich hatte noch für so lange, lange auf ihn mitgerechnet zu meinem – zu unserem Glück!«

Bleich und bebend hatte Irene sich erhoben.

»Welch Unglück ist wieder geschehen?... Ewald! Ewald!« rief sie; und der Vetter nahm sanft ihre Hand von seiner Schulter:

»Nein, Liebe!... Es denkt jeder nur immer an das Seinige!... Ewald und Eva haben geschickt – es ist nur der alte Herr, der Abschied nehmen will. Ach, ich denke auch nur an mich! Es ist schade, schade – zu seinem und Evas und zu meinem Glück und Behagen hatte ich noch so lange, lange auf ihn mitgezählt! Da ist der Zettel, welchen der Bote gebracht hat.«

Das von Ewald flüchtig gekritzelte, von dem Vetter im ersten Schreck und der zusammengehaltenen Aufregung arg zusammengeknitterte Blatt ging von Hand zu Hand. Es lautete:

»Den Vater hat heute morgen, während er seine Holzfäller beaufsichtigte, ein Unfall betroffen. Ein Ast eines stürzenden Baumes hat ihn im Rücken beschädigt und von den Hüften abwärts gelähmt. Er ist bei voller Besinnung und nur zornig auf sich selber. Von mir kann leider nicht die Rede sein. Der Alte sagt nur: ›Daß ich so dumm auch gerade während deines Besuchs sein mußte, das ärgert mich noch am meisten!‹ – Jetzt erst weiß ich es, wie fremd ich zu Hause geworden bin. Eva hat dich nötig, Just; also komm zu ihr. Dem alten Herrn wirst du gleichfalls zum besten Trost gereichen.«

Irene hielt jetzt den zerknitterten Zettel; Jule Grote wiegte den Oberkörper hin und her und stöhnte: »O Je! O du mein Je; nun geht auch der weg!« Mademoiselle sah, über den Tisch vorgebeugt, mit angehaltenem Atem auf ihre Herrin, Schülerin und Schutzbefohlene; der Vetter blickte zu mir herüber, seufzte nochmals tief und schwer, strich sich mit der Hand über Stirn und Augen und fragte:

»Was ist deine Meinung, Fritz? So rasch als möglich müssen wir hinüber; aber du weißt, die Pferde sind augenblicklich alle vom Hofe. Das eine Paar wird erst gegen Abend heimkommen, das andere kann ich zwar vom Tillenbrink holen lassen, aber es gehen doch gut anderthalb Stunden drüber hin. Mein Rat ist, wir gehen nach Bodenwerder und nehmen dort eine Extrapost.«

»Fremd zu Hause!« murmelte Irene, aus ihrer Betäubung erwachend. »Wir wollen gleich gehen und den alten Weg nehmen – wie damals, als mein Vater gestorben war.«

Wie in diesem Worte so vieles zu einem Abschluß kam, entging uns in diesem Augenblick vollständig. Wir haben aber alle nachher daran gedacht.

»Ja«, sagte der Vetter Just, »das ist immer noch der Richteweg nach Werden. Der Vater Klaus würde sich auch nicht wundern, wenn du ihm noch einmal in seinen Kahn stiegest.«

»Finden wir denn den noch?« rief ich.

»Es zog ein schlimmes Gewitter damals über den Steinhof, als ihr ihn zuletzt über den Fluß anriefet«, sagte der Vetter. »Ihr bekamet nur die letzten Tropfen auf dem Wege nach Schloß Werden. Es ist wunderlich; aber auch das kann heute wieder geradeso geschehen. Nun, der alte Charon wird uns wohl sicher übers Wasser schaffen. Es hat sich vieles hier bei uns verändert, Doktor; aber diesen Schiffer findest du auch heute noch an seiner Stelle.«

Eine halbe Stunde später befanden wir uns bereits auf dem Richtewege nach Werden, Irene, der Vetter Just Everstein und ich, – ganz wie damals klares, tiefblaues Himmelsgewölbe über uns, doch weißes Sommergewittergewölk hinter uns im Westen. Nun war es, wie der Vetter am Morgen es als das Beste und Wünschenswerteste und dazu als das Einfachste hingestellt hatte, nämlich, daß sie zu ihm gehe. Und einfach und ganz selbstverständlich erschien es auch jedem; es verlor niemand noch ein Wort darüber. Der Tod ist ein mächtiger Rufer und ebnet Wege und macht Pfade glatt, die eben noch durch berghohe Trümmer der Vergangenheit und unüberwindlich heil Gemäuer der gegenwärtigen Stunde versperrt schienen. Aber so hatte der Vetter Just sich den Weg der Frau Irene zu dem Freunde doch wohl nicht vorgestellt, als er sein ruhiges Wort aussprach!

Rasch und schweigend gingen wir drei unter dem heißen Tage; der erste Schatten auf dem Wege wartete erst jenseits des Flusses in den Wäldern der Heimat, und der Tod hielt dazu seine schwarzen Flügel über alle sonnigen Hügel, Täler und Halden ausgebreitet. Wie damals sahen wir uns nicht einmal nach dem Dunkel um, das in unserem Rücken emporstieg; – noch einmal ein Gewitter auf diesem Pfade! Wo aber führen die Wege der Menschen auf dieser Erde, wo das dumpfe Grollen und Murren von fern her nicht ins Ohr klingt und uns nicht zwingt, rückwärts, zur Seite oder nach dem Ziel vor uns hinzuhorchen?...

»Hol über!«

An dieser Stelle noch alles so wie sonst! Dieselben Wasser, dasselbe Ufergebüsch, dieselben heißen, knirschenden Kiesel unter den Füßen. Und drüben aus dem Buschwerk das leichte Rauchwölkchen aus der Hütte des alten Freundes und sein Kahn an dem nämlichen Weidenstrunk. Und nur die Wellen rauschten, sonst kein Ton, kein Laut ringsumher. Wir hatten unseren Ruf mehrmals zu wiederholen.

»Ein wenig taub ist der Alte allmählich wohl geworden«, meinte der Vetter, »aber seine Augen sind für seine Jahre noch merkwürdig scharf. Er ist sicherlich nahe an die achtzig. Guck, Irenes Tuch bringt ihn uns her.«

Wir sahen den Vater Klaus in der Tat jetzt drüben den Uferhang herabkommen. Einen Augenblick stand er zweifelnd und sah zu uns herüber.

»Hol über!«

Wir sahen ihn seinen Nachen ablösen –

»Achtzig Jahre!«

»Und er zwingt die Strömung immer noch«, sagte der Vetter. »Manch ein starker, jüngerer Mann würde bei dieser Arbeit bald müde werden.«

Da war der Kahn und schob sich scharrend mit dem Vorderteil auf den Kies, und –

»Wat kümmt mi denn da?« fragte der Vater Klaus, und auch an dem Wort und heiseren Laut hatte sich im Laufe der Jahre gar nichts verändert. »I, da seh einer, der ganze Steinhof! Ach ja, ich weiß ja schon! Ach ja, der Herr Förster. Der Bote heute morgen hatte es wieder mal recht eilig – es tut mir recht leid um den Herrn Oberförster. Jaja, da hilft es weiter nichts: steigt ein, gnädige Herrschaft, Frau Gräfin, und der Herr Vetter auch. Ja, aber, aber, wie ist mir denn? Den anderen Herrn da sollte ich doch auch schon kennen?«

»Ein alter und hoffentlich auch heute noch guter Bekannter, Vater«, rief ich, beide harte Hände des greisen Fährmanns ergreifend. »Fritz Langreuter!«

»Richtig!« rief der Alte. »I, das wußte ich doch auch wohl! Dazu habe ich Sie doch wohl oft genug mit dem anderen kleinen Fräulein über die Weser befördert. I, sehen Sie mal! Und nun müssen Sie, mit Erlaubnis, gerade heute zu dieser traurigen Gelegenheit zum erstenmal wieder in mein Schiff kommen! Ja, wo haben Sie denn die ganzen lieben, langen Jahre gesteckt, wenn ich so frei sein darf?! Daß Sie ein grausamer Gelehrter bei der Weile geworden sind, das habe ich wohl gehört, und ansehen tue ich es Ihnen jetzo auch. Na, das freut mich aber bei allem Leidwesen. Ja, dann steigen Sie auch mal wieder ein, Herr – Fritze, mit Erlaubnis zu sagen. Es wundert Sie wohl ein bißchen, daß Sie mich und die Weser immer noch zwischen Werden und dem Steinhofe an Ort und Stelle finden? Ja, so hat jedes seinen Lauf und sein Bestehen!«

Nun schwammen wir wieder auf dem Wasser, und ich ließ mir noch einmal die warme Sommerflut des Stromes über die Hand fließen. Und ganz wie damals flüsterte mir der alte Schiffs- und Fischersmann zu:

»Jaja, ich weiß es wohl, daß es in Werden nicht gut steht, Herr Langreuter. Aber der Herr Förster hat ja, Gott sei Dank, ein reinliches Blut und ein gutes Gewissen, und wenn er, gegen mich gehalten, auch noch ein ziemlich junger Mensche ist, so ist er doch auch ziemlich bei Jahren, und da ist es immer das beste für die Angehörigen, Vernunft anzunehmen und sich und dem anderen den Abschied nicht schwerer zu machen, als notwendig ist. Wisset ihr, Herr Vetter Everstein und die gnädige junge Frau dazu, wüßte ich nur ganz gewiß, daß mir während meiner Abwesenheit allhier an dieser Stelle kein Schaden und Spitzbubenstreich passierte, so ginge ich wahrhaftig gern mit euch, um mir für demnächst ein gutes Exempel an dem Förster zu nehmen.«

»Da kommt nur dreist mit, Vater Klaus«, meinte Just; »ich stehe für allen Schaden. Wer weiß, welch ein gut Beispiel Ihr uns auf dem Stuhl am Bette geben könnt.«

Aber der Greis schüttelte den Kopf:

»Es geht nicht, und es schickt sich nicht. Seit ich denken kann, ist dies mein Ort, wo ich die Weser, die Schiffe, die Jahreszeit, die Menschen und das Gewölke passieren und bleiben sehe. Es ist nur eine Kabache da im Röhricht, aber doch mein altes festes Nest, und jeder Schritt davon weg ist mir aus der Gewohnheit. Ein alter Kerl bin ich hier geworden, aber als ein ganz anderer Kerl käme ich heute nacht von Werden nach Hause; aber – holla – seht einmal das Gewölk! Das kommt diesmal doch schneller herauf, als ich gedacht habe! Und hör einer, da probiert der Herr Kantor auch schon seine große Orgel. Na, na, nun rate ich lieber den Herrschaften, daß sie wieder mal ein Stündchen bei mir unterkriechen und das Schlimmste vorüberlassen.«

Es hatte keiner von uns anderen sich umgesehen, doch jetzt taten wirs, wie angerufen von dem ersten dumpfen Donnerton von Westen her. Was wir für ein langsam zögernd Schleichen genommen hatten, das war raschester, rasendster Flug gewesen. Das Gewitter war da wie das Schicksal, welches uns auf diesen Weg geführt hatte, und wir standen unter dem Druck des einen nicht anders als unter dem des anderen.

»Ihr Mannsvolk kommt mit der Frau nicht weit in den Wald hinein, und dann müßt ihr doch unter der ersten dicken Eiche zu Schauer gehen«, rief der Vater Klaus. »Die gnädigste Gräfin oder Frau Baronin muß es mir nicht übelnehmen, sie ist mir, je länger ich sie ansehe, immer noch wie das Kind und junge Fräulein Komtesse von Schloß Werden, und das alte Kesselchen singt noch auf dem alten Herde, Fräulein Gräfin, und ein frisch Paket Zichorien hab ich auch von Bodenwerder. Sie haben doch sonst schon vorlieb bei mir genommen – ach ja, ein bißchen mehr Kinder waren wir dazumalen wohl noch, und die beiden jungen Leute aus dem Försterhause waren dann auch immer dabei. Ich habe es wohl gehört, daß sie alle währenddem mancherlei erlebt haben in der Welt, aber denken kann ich mirs eigentlich nicht; denn ich selber habe ja nichts erlebt, von welchem ich viel wüßte, außer daß ich ein bißchen älter geworden bin. Der Regen ist schon da; – nun kommen Sie nur noch mal herein zum Vater Klaus – lange anhalten wirds ja wohl nicht.«

»Ich ginge am liebsten weiter«, sagte Irene. »Ich möchte gern so schnell als möglich zu Eva.«

Das ging nun wohl nicht an. Das Unwetter war da, und schon fegte der Regen in Stößen vom jenseitigen Ufer her über den Fluß. Alle lichten Farben wurden zu einem trüben Grau ausgewischt, das Ufergebüsch und Schilf wie von tausend ärgerlichen Fäusten geschüttelt und nach Osten hin zu Boden gedrückt. Auf das Dach der Fischerhütte rauschte und rasselte es nieder, und wir saßen an dem Tage eine gute Stunde an dem Feuerherde des Vater Klaus, horchten auf den Donner über unseren Köpfen, »warteten das Gewitter ab« und ließen unserem grauen Fährmann und Gastfreund das Wort. Wie er es führte, hätte wohl keiner von uns etwas Besseres, Unterhaltenderes und Zweckdienlicheres zutage fördern können.

»Ich weiß eigentlich gar nicht, wie ich Sie jetzt nennen muß«, wendete er sich an unsere Begleiterin. »Am liebsten hieße ich Sie wie sonst: liebes Fräulein Gräfin oder Komtesse; aber das ist es ja wohl nicht mehr?«

»Liebe Frau Irene, Vater Klaus!« und ganz leise fügte sie hinzu: »Arme Irene! – Ich habe von dem Mancherlei, was ich in der Welt erlebte, nichts weiter nach Hause – nach dem Steinhofe gebracht als meinen spottenden Taufnamen. Wer es noch gut mit mir meint, der nennt mich bloß bei diesem. Ich bin eine arme Frau Irene geworden, Vater Klaus!«

Der Alte schüttelte das Haupt:

»Hm, hm, es ist doch sonderbar! Da, wo Sie jetzo sitzen, Fräulein Gräfin, da saß gestern gegen Abend mein bester Freund, seit ich denken kann, auch mal wieder! Nämlich der ganze Nichtsnutz von dem Försterhofe in Werden; und ich dachte wirklich zuerst, er sei meinetwegen da; aber er nahm gar kein Blatt vor den Mund, sondern wollte einfach nur von hier aus über die Weser gucken, und als ich ihn dann fragte, wie ich ihn jetzo betitulieren müßte, meinte er geradeso, sein Taufname wäre ihm das Liebste, und weiter hätte er für die hiesige Gegend hoffentlich auch nichts mit aus der Fremde gebracht. Und als ich darauf nicht einging, sondern ihn darauf anredete, daß er ja kurioserweise Schloß Werden käuflich an sich gebracht habe, wurde er auf einmal aus aller Wehmut heraus ganz der alte und sagte: Klaus, Vater Klaus, zwei Esel haben eigentlich nicht Platz hier im Fischkasten! – Na, das freute mich denn recht, obgleich er eigentlich gleich wieder in seine Trübseligkeit hineinfiel; aber auf dem richtigen Fuß waren wir wieder, und ich habe ihn kurzweg wieder bei seinem Taufnamen geheißen, und dann haben wir, weil eben nicht so n Unwetter wie jetzo war, unter unserem alten Strunk gesessen und zusammen über mein Wasser geguckt und wirklich recht vielerlei von – der lieben Frau Irene zusammen gesprochen.«

»Wann war denn dies wohl, Meister Klaus?« fragte ich mit einem verstohlenen Blick auf die von uns weg in die Tür tretende und die Hand in den jetzt schon leiser rauschenden Regen streckende Frau.

»Nun, ich meine so zwischen sechs und sieben Uhr. Herr Ewald wird wohl erst ziemlich spät in der Nacht nach Hause gekommen sein. Er hatte vor, auf dem Heimwege noch mehr als einen Umweg zu machen. ›Es sind da eine Menge Orter, die ich noch einmal wiedersehen muß, ehe ich mich wieder auf die Wanderschaft mache, Vater Klaus!‹ sagte er. – Ja, er sprach ein langes und breites darüber, wie schlecht es ihm zu Hause gefiele. Und ich denke doch, mein lieber Gott, daß es doch nicht jedermann alle Tage passiert, daß er mit so viel Glück in der Tasche aus der Fremde in das alte Nest fällt wie der. Aber ein aparter Mensch war der immer und schon von Jungensbeinen an. Den Herrn Ewald Sixtus meine ich. Uh, wer so manche Nacht wie der hier bei mir in der Köte gelegen hat und in das Feuer da von all seinen unsinnigen Gedanken und kuriosen Hirngespinsten hineingesprochen hat, den soll der Vater Klaus doch wohl kennen, wenn er als ausgewachsener Mann ebenso wieder daliegt und mit den Funken und Flammen auf meinem Herde mehr spricht als mit mir altem dummen Kerl. Nicht wahr, Herr Vetter Just?«

»Das meine ich auch, alter Freund!« rief der Vetter mit außergewöhnlicher Energie. »Nun, wie sieht es draußen aus – liebe Frau Irene? Gestern abend, als du mit dem Berliner Doktor da durch die Felder zogest, seid ihr ja wohl auch ziemlich bis hier in die Gegend gekommen? Erzähltest du mir nicht davon, Fritz, als wir heute morgen deinen Schreibebrief nach Werden beredeten? Und von allerhand unsinnigen Gedanken und kuriosen Hirngespinsten hast du mir auch geschwatzt. Und da war doch bloß die Weser zwischen euch und dem alten guten Freunde, dem Vater Klaus. Wenn ich je in der Welt einem so guten Freunde wieder so nahe gekommen bin, dann habe ich ihm immer auch einen Besuch abgestattet!«...

Die Frau Irene stand noch immer, den Ellenbogen an den Türpfosten der Hütte lehnend. Über den Herd des Vater Klaus sich beugend, flüsterte mir der Vetter Just zu:

»Tausend Schritte weiter und – Hol über!... Deinen Brief behalte ich zum Andenken an diese Tage!« – – Laut, fast fröhlich rief er dann:

»Du hast noch nicht geantwortet, Irene. Was macht das Wetter auf Erden, und wie guckt der Himmel drein? Ich meine, der Regen läßt doch immer merklicher nach.«

Die Frau wendete sich, und ein Fremder hätte ihr nicht angemerkt, wie schwer jedes Wort, das in dieser Fischerhütte gesprochen worden war, auf ihrer Seele wog und daß ihr mit Ausnahme dessen, was der Vetter Just leise mir ins Ohr gerufen hatte, keines entgangen war.

»Der Vater Klaus ist ein guter Wetterprophet und hat sich auch diesmal wieder so bewährt«, sagte sie. »Es war ein rascher Übergang. Vom Steinhof her scheint wirklich schon die Sonne in die Tropfen, und es ist alles gegen Schloß Werden gezogen.«

»Und auch dort wirds ein Übergang sein«, meinte der Greis. »Die Berge da machen keine Wetterscheide aus. Was über die Weser rüber ist, hat freie Bahn vor sich und mag gehen oder sich verlaufen, wie und wo es will. Da ist weiter kein Aufenthalt mehr. Geschickt wird ja jedes Gewölke, aber dorthinzu ist das denn doch wieder, als ob alles Wetter frei seinem Schicksal überlassen worden wäre, und so weiß nie einer genau, was er davon halten und sagen soll. Es ist eben alles Witterung.«

»Und wir haben unser Teil davon auf uns zu nehmen«, sagte Irene, dem Fischer die Hand reichend. »So nehmt denn auch heute unseren schönsten Dank für freundlichen Schutz, gute Bewirtung und jedes gute Wort, was Ihr uns gesagt habt, Vater Klaus. Fast ist es doch, als hätten wir ganz vergessen, was uns eigentlich auf diesen Weg getrieben hat. Nun wollen wir aber nur noch an dieses denken und rasch weiter; nicht wahr, meine Herren?! Ich muß zu meiner armen Eva, und es soll mich keine Erdenwitterung mehr aufhalten. Ade, Vater Klaus. Wenn ich zurückkomme, gehe ich nicht über Bodenwerder – Ihr nehmt mich wieder auf in Euren Kahn.«

»Allein oder in Gesellschaft – wie es sich schickt«, brummte der greise treue Schiffsmann, die kleine zarte Hand zwischen seinen uralten, knochigen Tatzen haltend. »Herrschaften, findet ihr den Förster noch, so grüßt ihn von mir; – auf einen Hasen legte da dem lieben Gott sein Jägersmann nicht an; also sprechts ihm nur dreiste heraus, daß ich fest auf ihn rechne, was das Quartiermachen anbetrifft. Finden Sie ihn nicht mehr, Herr Vetter Just, und Sie, Berliner, na so brauchen Sie auch nichts an ihn zu bestellen, sondern nur gut mit den zwei jungen Leuten umzugehen. Ich finde meinen Weg schon. Adjes alle! Es ist mir, abgesehen von dem schlimmen Malör, eine große Freude gewesen.«

Wir traten heraus aus der Hütte in das letzte, jetzt auch schon auf diesem Ufer der Weser von der Sonne durchflimmerte Gesprühe des Sommergewitters und atmeten aus tiefster Brust wohlig auf; ich aber vernahm noch, wie der Meister Klaus, den sehr schlimmen Tabak in seiner kurzen Holzpfeife niederdrückend, brummte:

»Jawohl, am Ende läßt sich doch niemand recht Zeit als solch ein alter Fischersmann, der da weiß, daß die Fische nicht zu jeder Stunde beißen, und der mit den Reusen umzugehen weiß und weiß, daß alles erst zu seiner Zeit kommt, aber denn auch ganz richtig und auf den Punkt. Jaja, lauft nur zu; – ich hab euch ja schon gefahren, als ihr noch in euren Kinderschuhen liefet.«

Ich winkte ihm darob noch einmal lächelnd zu:

»Und es ist Eure feste Meinung, daß wir noch immer darin laufen, Vater Klaus?«

»Das werde ich mir doch wohl nicht herausnehmen«, rief der Alte grinsend mir nach. »Aber eine hübsche Luft wird es immer nach solch einem Gewitter, Herr Langreuter; und die paar Tropfen, die Sie jetzo unterwegens noch auf den Pelz kriegen, die können Sie sich darum schon gefallen lassen; und, lieber Herr Fritz, bei Gelegenheit fragen Sie nur ganz dreist den Herrn Ewald danach, was gestern meine Meinung gewesen ist.«

Nun glänzte und rauschte auf Stunden Weges um uns und über uns der erfrischte Hochwald. Die großen gelben und schwarzen Schnecken krochen auf allen Pfaden; Menschen begegneten uns nicht. Wir gingen stumm zu, und nur wenn wir an einer außergewöhnlich schlüpfrigen und steilen Stelle unserer Begleiterin die Hand boten, sprach sie ein leises Dankeswort. Und wieder einmal lag, als wir endlich aus dem Walde hervortraten, Schloß Werden zu unserer Rechten im Sonnenuntergangsglanze da, und das scheidende Licht blitzte rot aus den hohen Fenstern des Oberstocks uns entgegen. Ich sah mit einigem Bangen auf die bleiche Frau mir zur Seite und fing einen ganz ähnlichen Blick des Vetters Just auf. Doch Irene Everstein sah nur einmal ganz fest und kurz nach den Giebeln des väterlichen Hauses und schritt dann gesenkten Hauptes rascher zu auf dem Wege gegen das Dorf. An dem ersten Hofe schon erfuhren wir von einem Kinde, daß der Herr Oberförster tot sei; und ein junges Mädchen, das am Gartentore strickte, bestätigte die Nachricht und fügte hinzu: »Gerade, als das Unwetter anging.«

Wir gingen nun durchs Dorf. Alle Leute vor den Türen grüßten uns herzlich, aber still. Auf Irene sahen sie scheu und steckten nachher die Köpfe zusammen und flüsterten miteinander. An den Vetter Just trat hier und da einer heran und gab ihm die Hand: »Also Sie haben es auch schon vernommen?« – Jeder aber sprach viel leiser, als es sonst dort die Gewohnheit des Ortes ist.

»Und der junge Herr Sixtus? Und Fräulein Eva, Gevatter Reitemeyer?«

»Die sitzen ganz still auf der Bank vor der Försterei. Sie haben sich ja wohl gottlob ganz gut in das Geschick gefunden. Sein Alter hatte der alte Herr, vor Krankheit hat er immer sein Grauen gehabt und seinen Spaß darüber gemacht. Hier im Dorfe bei uns ist niemand, der ihm nicht das Beste wünscht, und solange man denken kann, kann man Werden nicht ohne ihn sich denken. Auf dem Wege zu seinem Unfall ist er mir heute morgen noch begegnet. Das mußte ja wohl so sein, denn er hatte es kurios eilig und war doch sonst ein recht ruhiger, langsamer und sedater Herr. Gehen Sie nur ruhig hin. Das Unwetter hat Sie wohl ein bißchen unterwegs aufgehalten? Es ist aber wirklich recht angenehm danach geworden. Sie haben Ihr Heu wohl auch schon trocken herein auf dem Steinhofe, Herr Just?«

Wir blieben dieser Unterhaltung wegen nicht stehen, und so kamen wir zu dem Försterhofe und fanden, wie die Leute es uns berichtet hatten, Bruder und Schwester auf der Bank vor der Haustür im dämmerigen Ulmenschatten beieinander sitzend. Hinter ihnen standen die Stubenfenster wie immer weit offen und ließen den Regenduft und die Frische des nahenden Abends frei ein; der alte Herr aber saß nicht mehr am Fenster, sondern lag ausgestreckt, »ruhig und sedate«, auf seinem Lager. Auch alle Türen standen in gewohnter Weise geöffnet; die Hunde des alten Herrn lagen zu den Füßen des Geschwisterpaares, und nur von Zeit zu Zeit stand einer von ihnen auf, ging hinein und legte den Kopf auf das so schnell dort bereitete Bett und kam wieder heraus und legte den Kopf auf Evas Knie und sah wie fragend sie an.

Das schreibe ich aber hier, weil es den ganzen Abend so blieb, nachdem wir uns zu den Geschwistern gesetzt hatten.

Als wir in das Hoftor traten, schlug einer der Hunde leise an. Ewald und Eva standen auf, und der Ingenieur aus Irland legte die Hand auf die Fensterbrüstung hinter sich, wie um sich zu halten. Doch Irene verließ den Arm des Vetters Just, ging rasch hin und hielt die Jugendfreundin im Arm und küßte sie und sagte:

»Da bin ich... Nun sei nur still... Du sollst mir alles erzählen!«

Eva Sixtus weinte heftig, und Ewald gab uns Männern stumm die Hand.

»Er sieht aus, als ob er schliefe!... O, er sieht zu gut und schön aus für den Tod!« schluchzte Eva; und dann gingen wir alle, von den Hunden begleitet, in die Stube, und er sah freilich schön und gut aus in seinem weißen Haar, und gottlob nicht anders, als ob er schliefe!...

»O Just, o lieber Just!« schluchzte Eva Sixtus, und nun war sie mit ihm und war bei ihm gut aufgehoben in diesen tränenreichen Stunden und Tagen. Sie konnte auch das Haus verlassen, in welchem sie geboren worden war.

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