Frei Lesen: Das Odfeld

Kostenlose Bücher und freie Werke

Kapitelübersicht

Erstes Kapitel | Zweites Kapitel | Drittes Kapitel | Viertes Kapitel | Fünftes Kapitel | Sechstes Kapitel | Siebentes Kapitel | Achtes Kapitel | Neuntes Kapitel | Zehntes Kapitel | Elftes Kapitel | Zwölftes Kapitel | Dreizehntes Kapitel | Vierzehntes Kapitel | Fünfzehntes Kapitel | Sechzehntes Kapitel | Siebenzehntes Kapitel | Achtzehntes Kapitel | Neunzehntes Kapitel | Zwanzigstes Kapitel | Einundzwanzigstes Kapitel | Zweiundzwanzigstes Kapitel | Dreiundzwanzigstes Kapitel | Vierundzwanzigstes Kapitel | Fünfundzwanzigstes Kapitel |

Weitere Werke von Wilhelm Raabe

Das Horn von Wanza | Horacker | Gedelöcke | Die Akten des Vogelsangs | Abu Telfan |

Alle Werke von Wilhelm Raabe
Diese Seite bookmarken bei ...
del.icio.us Digg Furl Blinklist Technorati Yahoo My Web Google Bookmarks Spurl Mr.Wong Yigg


Dieses Werk (Das Odfeld) ausdrucken 'Das Odfeld' als PDF herunterladen

Wilhelm Raabe

Das Odfeld

Dreizehntes Kapitel

eingestellt: 28.6.2007



Trotz aller Bedrängnis vorhin hatte Magister Buchius sein hispanisch Rohr nicht fahren lassen. Er hielt es auch jetzo im Nebel auf der Landstraße vor dem eingestoßenen Klostertor in der Hand, und wohl mancher andere an seiner Stelle würde wenigstens den Versuch gemacht haben, es auf dem Buckel tanzen zu lassen, auf welchen es nach eben befahrener schlechter, ungerechter und sinnloser Behandlung hingehörte. Aber danach war er leider nicht der Mann; auch seine Schüler hatten sich nimmer vor seinem Bakel zu fürchten gehabt. Von irgendwelchem Unrecht, so ihm im Leben geschah, kam ihm die genauere Empfindung erst nach genauerer Überlegung. Ja, wochenlang, mondenlang hatte er sich in solchen Fällen über die Frage abzuquälen und abzuängsten: ob das Unrecht nicht auf seiner Seite liege und er also den Lohn dafür in Geduld hinnehmen müsse.

Dieses tat dem Faktum, daß er ein tapferer Mann, ein seiner gelehrten römischen und griechischen Ahnen gar würdiger Mann war, nicht den mindesten Abbruch. Er bleibt deshalb doch diesmal unser Held - unser Heros, und wir kennen unter unseren lebenden Bekannten nicht viele, mit denen wir lieber betäubt, verwirrt, unfähig zu begreifen, uns zu fassen im Kreise taumelten und - wieder fest auf die Füße gelangten. Wir greifen mit ihm nach dem Hut, den ihm wie im äußersten Bedürfnis, nichts von ihm in seinem Hof- und Hausbezirk bei sich zu behalten, der Klosteramtmann von Amelungsborn vermittelst seines bestiefelten Fußes in der wirklichen Unzurechnungsfähigkeit aus der Tür auf die Landstraße nachschickt; und wir drücken ihn uns mit ihm auf die zerzauste Perücke und - suchen uns mit dem Magister zu fassen.

Mitten im dicksten Weser- und Weser-Berg-Nebel und im Schlachtenlärm des Herzogs Ferdinand und des Herzogs von Broglio auf der ganzen Linie von der Hube bis zum Hils und vom Hils bis zur Weser!

Die dortige Feldmark von heute ist wohl nicht mehr mit der vom Jahre 1761 zu vergleichen. Es war damals noch mehr Baum und Busch sowohl vom Solling wie vom Weserwald übrig als wie jetzt. Auch die Wege waren andere und liefen anders. Was man heute Chaussee nennt, war damals die Heerstraße des Siebenjährigen Krieges, auf der jedermann marschierte, ritt, fuhr und steckenblieb, wie die Gelegenheit es gab. So ein Weg aus jener Zeit nahm oft die zehnfache Breite des jetzigen Straßenkörpers ein. Weithin über die Felder gingen die Gleisen und Fußtapfen. Was sein Feld und was die öffentliche Heerstraße sei, das war manchem armen Bauer, adeligen Grundbesitzer und auch manch einer fürstlichen Kammer nicht unterscheidbar. Wie er ging, stolperte, taumelte, war zuerst auch dem betäubten alten Schulmeister ununterscheidbar. Er ging in ellentiefen Wagenspuren, er stolperte über abgelaufene Räder und Pferdekadaver, er fühlte Stoppelacker und Brachland unter seinen Füßen. Er geriet in Sumpf und Moor und in den Busch und tastete sich durch die gelbgraue Finsternis weiter, ohne zu wissen, warum und wohin. Und er befand sich nicht allein im Nebel. Die Gegend war so belebt, wies nur an einem solchen Gefechtstage möglich. Spukhafte Gestalten - vereinzelt und zu Haufen überall! Wildes Geschrei, Geheul, Jauchzen bald in der Nähe, bald aus weiterer Ferne. Und dazu vom Ith her das immer heftiger werdende Kanonenfeuer Mylord Granbys und des Herrn Marquis von Poyanne.

»Was würden Herr Professor Gottsched sagen und hiezu tun?...«

Es ist eine historische Tatsache und durch die deutsche Literaturgeschichte zu jenes Mannes ewigen Ehren beglaubigt, daß Magister Buchius, der letzte Kollaborator der wirklichen Großen Schule von Kloster Amelungsborn, auf die Ansichten und Meinungen des Leipziger Kollegen ein großes mit Recht hielt.

Aber es kam keine Antwort von Leipzig. Und aus der Welt der Klassiker auch nicht. Kein Verbannter, von dem die Alten reden, war je in solcher Weise und unter solchen Umständen vor die Tür gesetzet worden wie er - der Magister Buchius!

Er war so sehr im Kreise gedreht worden, und der Nebel war so dick, daß er - der jetzige ins Elend Getriebene - nicht einmal mehr wußte, wohin er sich zu wenden habe, um, wenn er wollte, auf Umwegen seinen Winkel unterm Dache, die Zelle des Bruders Philemon wiederzugewinnen. Er hätte sich nach dem Kanonendonner richten können; aber der brach sich eben so vielfach an den Bergwänden wie innerhalb der Wände seiner Hirnschale. Der Lärm war hinter ihm, vor ihm, über ihm und in ihm.

»Der Herr Professor würden den Herrn Amtmann wohl als einen toten Leichnam zu ihren Füßen zurückgelassen haben«, sagte Magister Buchius, fürs erste aufs Geratewohl fürbaß schwankend. »Und zu den Füßen der Frau Amtmännin -«

In diesem Augenblick schlug eine Glocke hinter ihm. Seine Glocke! Die Turmuhr des weiland Klosters und der Großen Schule Amelungsborn, die er gestern noch aufgezogen hatte und die allein richtig ging am hiesigen Ort in diesen Zeiten der Unrichtigkeit, des Unrechts und der Ungerechtigkeit.

Sechs Uhr!

Sie alle - zwischen der Weser und der Hube - hatten den Tag noch vor sich, die nämlich, so um diese Stunde nach begonnener Bataille noch nicht ganz auf ihn verzichtet hatten, das heißt, denen noch nicht das Lebenslicht ausgeblasen worden war.

Der Magister Buchius wußte durch den Glockenschlag jetzt wenigstens wieder, wo Amelungsborn lag und nach welcher Himmelsgegend hin er auf irgendeiner Hintertreppe auch seine Zelle wahrscheinlich wieder erreichen konnte. Aber er wandte sich nicht: er wendete sich nicht nach dem Südwesten zurück. Er fühlte sich in diesem Moment wahrlich nicht so der Welt gewachsen wie der tapfere Professor Gottsched dem bösen Magister Lessing.

Er war dem Weinen nahe - der gute alte Herr, der den bösesten seiner Quintaner nicht hatte weinen sehen können. Sich im ziehenden Qualm bei währender Schlacht unter einen triefenden kahlen Dornbusch zu setzen, den greisen Kopf auf die Kniee zu legen, die Arme um die Kniee zu schlingen und auf alles Nacheifern hoher Exempla von menschlicher Fortitudo Verzicht zu tun: das wars, was ihm um diese Stunde als das einzig ihm übriggebliebene erschien.

Ach, hätte er nur eine Ahnung davon gehabt, daß um dieselbige Stunden auf den Höhen des Iths über dem Kanonenfeuer der Bückeburger und des Colonels Beckwith der große Kriegesfürst, der zweite große blutige Feldherr des Siebenjährigen Krieges, der gute Herzog Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg, ganz in der nämlichen Stimmung war. Nämlich in der Erwartung, daß wieder einmal alles vergeblich sei und das Feld vor ihm wieder mal umsonst sich mit Leichnamen bedecke! In der festen Voraussicht, daß mit den Pontons bei Bodenwerder ein Malheur passierst sei und Generalleutnant Hardenberg nicht zur rechten Stunde kommen werde, um den Sack um den General Rohan-Chabot, den Marquis von Poyanne und ihre zwanzigtausend Mann bei Stadtoldendorf zuzuziehen, den Herzog von Broglio auf der Hube bei Einbeck rettungslos dem Erbprinzen Karl Wilhelm Ferdinand zu überliefern und dem:

Brûlons! pillons! pendons!

für diesmal hier wenigstens gründlich ein Ende zu machen.

Wie der Magister Buchius horchte der Herzog Ferdinand nach dem Südwesten, aber nicht der Kirchuhr von Amelungsborn wegen.

»Wo bleibt Hardenberg? Hardenberg? Man müßte ihn längst vernehmen, den Herrn Generalleutnant!«...

»Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf Dich!« seufzte der Magister mit dem Psalmisten. »Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin beides, Dein Pilgrim und Dein Bürger, wie alle meine Väter. Ich bin hinausgetrieben, und es nützet nichts, daß ich heimkehre und mein Kämmerlein suche. Sie werden es schon ausgekehret und den Greuel der Verwüstung darinnen angerichtet haben. Jaja, wie es geschrieben steht im Neununddreißigsten: sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird! Di immortales, sie werden alles itzt schon als eitel Plunder geachtet und ihren Mutwillen damit getrieben haben. Sie werden auch den Knaben vom Dach gestürzet haben und über seinen Leichnam weggetreten sein. Jawohl, ein Psalm Davids und vorzusingen für Jeduthun: Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.«...

»Lieber Westphalen, Hardenberg kommt nicht zu verabredeter Zeit. Die Herren von Poyanne, Chabot und Stainville werden kommode Zeit haben, über Vorwohle sich zu reployieren.«

»So werden wir doch mit Eurer Durchlaucht gnädigster Erlaubnis zum allerwenigsten der Herren Vereinigung mit dem Herrn Marschall bei Einbeck verhindern«, tröstete der getreue Begleiter.

»Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden«, zitierte Magister Buchius von neuem den Psalmisten, vor einem neuen Geschrei, Geheul und Kriegsgezeter hinter ihm im Nebel sich in einem andern Busch verwickelnd. »Der Engel des Herrn verfolge sie; denn sie haben mir ohne Ursach gestellet ihre Netze zu verderben -«

In demselbigen Augenblick glitt er auf etwas Weichlichem aus, das nicht regenfeuchter Stoppelacker, Grasnarbe oder Sumpf- und Moorgrund war. Er griff in das Gebüsch, um sich aufrechtzuerhalten, und faßte etwas, das in seiner Hand blieb. Er hielt einen toten Raben in der Faust, der, aus den Lüften niederstürzend, im Gezweig hängen geblieben war, und als er sich bückte, sah er, daß er auf einen andern entseelten Kämpfer aus der Schlacht vom gestrigen Abend getreten war.

Portentum! Portentum! So dicht der Nebel sein mochte, der an diesem fünften November siebenzehnhunderteinundsechzig die Berge und Täler an der Weser erfüllte - der Magister Buchius wußte jetzt wieder ganz genau, wo er stand - zerzaust, zerschlagen, atemlos, ein heimatloser, freundloser alter Schulmeister. Auf seinem Campus Odini, seinem Wodansfelde - auf dem Odfelde stand er, während über den Quadhagen, das böse Gehege her das Kleingewehrfeuer und der Kanonendonner von Frankreich, Großbritannien und der zu König Fritzen haltenden deutschen Völkerschaften in die graue Finsternis hinein knatterte und krachte.

»Sie werden ihm längst die Fenster eingeschlagen haben, sonst stieße er sich den Kopf ein an den Scheiben!« ächzte Magister Buchius mit dem Vogelleichnam in der Hand, selbstverständlich jetzt zuerst an seinen in seiner Zelle eingesperrten Schützling und Gastfreund aus dem gestrigen Kampfe denkend.

»Portentum! Prodigium! Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und reißender Löwe«, sagte der Magister. »Ich wills abwarten, wie alle rundum es abwarten müssen, was kommen soll«, sagte er. »Wir können nur erleben, was Du willst, Herr Zebaoth, Herr der Heerscharen!«

Da - jetzt - wenn er nur dem Weinen nahe gewesen war, klang jetzt - hier ein wirkliches, ernstgemeintes Weinen, mit dem auch der Herzog Ferdinand und sein Generalstab nur mittelbar zu tun hatten, an sein Ohr. Und dazu die wehklagenden Worte:

»Ach Heinrich, Heinrich, so sage doch nur noch einmal ein allereinzigstes Wort zu mir! Kannst du dich denn auf gar nichts mehr zu meinem Troste besinnen? O Jesus Christus, das ist ja schlimmer, als wenn wir beide gleich im Kloster in ihrer Gewalt zu Tode gekommen wären!«...

Der Magister hatte nur fünf oder zehn Schritte in den Nebel und Dampf hinein zu tun, um zu erkunden, wer da so jammervoll wimmere und seiner Angst und Not Luft mache. Aber er hatte das kaum nötig. Die Stimme war ihm bekannt genug; gestern abend hatte er sie noch auf seiner Stube gehört, vor dem Kreidestrich auf seinem Tische, der den Lauf der Weser zwischen den Heereshaufen der hohen Kriegführenden bedeuten sollte. Er tat die paar Schritte rasch, wobei er den Kämpfer von gestern abend, den er bis jetzt noch immer in der Hand gehalten hatte, zu den übrigen, weithin den Boden bedeckenden glorreich gefallenen Kameraden warf. Und er faltete die Hände über dem Stockknopf vor der kläglichen Gruppe und rief:

»O Wieschen, bist du es denn auch? Ihr beide seids? Jawohl, jawohl, ich weiß schon! Ich sehe, ich sehe schon! O Wieschen, hat er denn sein Leben für dich drangesetzt?«

Das arme Mädchen, ein gut oder vielmehr schlimm Teil zerzauster als Mamsell Selinde von den Griffen von Navarra, Salis, Boccard und Reding, lag da im feuchten Moor auf den Knieen, den blutigen Kopf des Knechtes Heinrich Schelze im Schoße. Beim mitleidsvollen Anruf des alten Herrn stieß sie einen Freudenschrei aus:

»Heinrich, Heinrich! Der Herr Magister! Um Gott und Jesu willen, Heinrich, der Herr Magister, den uns der liebe Gott zu Hülfe schickt! So besinne dich doch noch ein einzigstes Mal auf dich und mich, Heinrich! Hier ist ja auch der Herr Magister Buchius, im Katthagen vom liebsten Herrgott in der Höhe zu uns gesendet. Herr Magister, ja, er hat mich aus der schlechten Menschen Hände gerissen, und sie haben auf uns eingeschlagen und geschossen, und er hat mich auf den Armen getragen, und ich habe ihn getragen, als er umgefallen ist auf dem Felde im Nebel, und nun kömmt er mir um in den Armen und kann sich auf nichts mehr besinnen!«

Der verwundete Knecht stöhnte schwer in den Armen seines Schatzes; aber unter dem Zuruf des Mädchens und bei der Namensnennung besann er sich doch noch einmal. Er versuchte es, sich aufzurichten, die blutigen Haare aus der Stirn streichend. Er versuchte es sogar, zu grinsen!

»Sieht Er, da sind wir doch auf dem Wege zum Herzog Ferdinand, Herr Magister! Mit allen Ehren noch an uns. Aber von blutigen Platten und zerschlagenen Knochen schwanete mir gleich so was, als Er uns Sein schwarzes Untier auf den Hof trug.«

Er lachte und stöhnte wieder und verlor von neuem die Besinnung. Magister Buchius hatte das, was diesem armen Volk unter dem fremden Volk in einem andern Teil des Klosters Amelungsborn passiert war, während man ihm selber den Strick um den Hals legte, so deutlich vor sich, als - ob ers beim Iburgischen Schloßprediger Kampf gedruckt gelesen habe.

»Ich habe ihn auf dem Buckel bis hierher geschleppt aufs Odfeld und habe selber dabei fast nichts von mir gewußt«, schluchzte das Mädchen. »Der liebe Gott hat uns in seinen Rauch wie in einen Mantel genommen. Nun wacht er, und dann weiß er wieder nichts von sich, und wir müssen nun hier doch eingehen alle beide, er in seinem Blute und ich in meiner höchsten Not!«

»Das verhüte der Himmel!« rief der Magister, seinerseits unter den toten Streitern der Rabenschlacht auf dem Odfelde niederknieend und den Dickschädel Heinrich Schelzes zwischen seine hagern, harten und doch milden Schulmeistertatzen nehmend.

»Eine Mistgabel gegen ein Dutzend Flintenkolben, juchhe!« murmelte der Knecht. »Ein paar von den franschen Hunden sollen doch ihre Kaldaunen jetzt zu Kloster Amelungsborn zusammensuchen. Frage Er nur Wieschen, Herr Magister! Es wäre ja wohl alles gut gegangen, und wir wären schon beim guten Herzog Ferdinand, wenns mir nicht auf einmal so schwarz vom Nebel vor den Augen geworden wäre. Nicht wahr, Wieschen?«

»Ach Gott, das ist ja nun der Krieg, Heinrich, in welchen du immer hineinwolltest aus dem Pferdestall und mich zur Staatsmadam machen. Nun haben wirs, nun hast du es, und unsere einzige Hülfe und Rettung bleibt wieder nur der Herr Magister!«

»Loisia, rede Sie nicht so«, sprach Magister Buchius.

»O Gott, Gott, nein, ich bin ja nur noch mehr ohne Besinnung als mein Heinrich, Herr Magister. Ich weiß es ja wohl, daß er nur um meinetwillen so hier liegt! O Heinrich, Heinrich, wenn du bloß davonkämest und es mich nicht entgelten lassen wolltest, was ich in meiner Dummheit rede, so wollte ich ja immer noch meinem Herrgott für seinen Schutz und Schirm danken!«

»Wenn wir ein Unterkommen für ihn hätten, so sollte dieses wenig bedeuten«, sprach Magister Buchius, von seiner genauern Betastung des niedersächsischen Dickschädels vor ihm sich wieder emporrichtend und im Wesernebel nach allen Seiten sich umsehend.

< Zwölftes Kapitel
Vierzehntes Kapitel >



Die Inhalte dieser Seite sind Eigentum der Öffentlichkeit.
Sollten trotzdem Urheberrechte entgegen unserem Wissen verletzt worden sein, bitten wir Sie mit uns Kontakt aufzunehmen.