Frei Lesen: Der Hungerpastor

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Wilhelm Raabe

Der Hungerpastor

Fünfzehntes Kapitel

eingestellt: 21.7.2007



Von mancherlei Dingen hatten die beiden Reisenden auf ihrer Fahrt bis jetzt gesprochen. Wieder hatte der Leutnant seinen Begleiter, wenn auch wie einen Schwamm, so doch immer auf die unverfänglichste Weise ausgepreßt. Der alte Schlaukopf hatte den Kandidaten gleich einem Buche durchblättert, und die Notizen, die er sich dabei gemacht hatte, schienen ganz und gar befriedigend ausgefallen zu sein, denn jetzt klappte er – um diesen Vergleich fortzuführen – das Buch zu und seufzte behaglich, während er mit dem Begleiter in die stille, kalte Abendlandschaft hineinschritt.

Es war zwischen vier und fünf Uhr nachmittags, und die Sonne ging, dem Kalender nach, erst um fünf Uhr fünfzig Minuten unter. Ein bläulicher Nebel lag über der Ferne, ein zarter Hauch überzog die grünen Spitzen der jungen, keimenden Saat. Still wars auf der Landstraße, still auf den Feldern, still lagen die fernen Dörfer im Duft, nur das dumpfe Geroll des forteilenden Bahnzuges vernahm man noch aus der Weite, aber auch es verhallte, die weiße Wolke verschwand im Dunst des Horizontes; nun war es ganz still.

»Also, Freund«, sagte der Leutnant zu Hans, »mit Ihnen wären wir fertig, jetzt wird es nötig sein, daß Sie auch von mir und dem, was daran bummelt, eine nützliche Erkenntnis gewinnen und daß Sie etwas über das Haus erfahren, zu welchem ich Sie führe. Wer weiß, ob Sie den Quartiermacher nachher nicht tausendmal zum Henker wünschen? Ja, sehen Sie mich nur an, schütteln Sie nur den Kopf: für Wanzen, Flöhe und dergleichen Ungeziefer wird nicht garantiert. Doch zur Sache! Wir waren unserer drei Brüder Götz. Ich bin der älteste, Theodor, der Geheime Rat, ist der zweite – der arme Felix war der jüngste und ist leider zuerst kaputtgegangen, das Fränzchen ist seine Tochter; doch von der ist jetzt nicht die Rede. Unser Papa war zu der Zeit geboren, als der Siebenjährige Krieg seinen Anfang nahm, um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts; ich bin 1782 geboren und also jetzt ein rüstiger Sechziger, Theodor ist ein starker Fünfziger, und Felix kam um vierundneunzig ans Licht: er hatte den Teufel im Leib, und der Satan hat ihn auch geholt. Unser Alter war Justizbeamter eines jetzo glücklich mediatisierten Grafen am Harz; es war ein grillenhafter, kränklicher Herr, der seine Frau, unsere Mutter, vor der Zeit zu Tode quälte und uns mancherlei erdulden ließ, dazu unmenschlich gelehrt, und seine Bibliothek war weit in die Runde berühmt! Uns hätte er nur allzugern ebenfalls zu solchen trübseligen Vielwissern, von denen er ein bejammernswertes Exemplar war, erzogen, aber es gelang ihm nur beim Theodor, der überdies an den Skrofeln litt. Ich ging im Jahre 1798 auf die Forstschule, und Theodor bezog seinerzeit die Universität, um die Juristerei zu studieren. Felix hatte damals eben das Laufen gelernt. Wir kamen, obgleich die Welt voll mächtigen Spektakels war, ziemlich ruhig in das neunzehnte Jahrhundert hinüber; ich erhielt eine hochgräfliche Unterförsterstelle, Theodor sah als Auskultator sich den Einzug der Franzosen in der Hauptstadt an, Felix saß auf einem Gymnasium, bis man ihn von demselben fortjagte. Ich glaube, Theodor kümmerte sich am wenigsten darum, was damals aus dem deutschen Lande geworden war; ich ging nach dem achtzehnten Oktober Anno sechs mit nach Ostpreußen und war bei Eylau und allem, was daran hängt. Leutnant wurde ich bald, zog mit Yorck nach Rußland und hatte die Wacht vor dem Hauptquartier zu Tauroggen. Daran will ich noch auf meinem Todbett mit Vergnügen gedenken – habe sonst wenig Vergnügen in der Welt gehabt. Von dem, was darauf geschehen ist und wie der Sündenknäuel abgewickelt wurde, will ich nicht weiter sprechen, jedes Kind weiß davon zu erzählen. Ich war bei manchem lustigen Tanz, bis wir von der Weichsel an die Elbe kamen. Um seine lieben Verwandten konnte man sich im Tumult wenig bekümmern, seit langer Zeit hatte ich weder von dem Alten noch von den Brüdern Nachricht. Steh ich am 22. Juni 1813 an der Elbe, vielleicht eine Stunde oberhalb Aken, auf Vorposten und denke an nichts Gutes und nichts Schlimmes, und der Abend ist still genug. Unser Feuer ist niedergebrannt, und wer nicht wacht, der schläft. Ich höre das Wasser rauschen manche Stunde lang, ohne daß was passiert, bis auf einmal alles auffährt und alert in die Höhe springt; – drüben am andern Ufer! . . . es ist, als ob jeder Frosch auf das Horn da drüben horcht. Und dazwischen knackt und knattert es nach der bekannten Melodie. ›Da sind die Freiwilligen am Werk!‹ meinen meine Leute, und unser Horniste fragt an, was er ihnen zum Trost blasen soll. Den Alten Dessauer, Kerl! sage ich, und der Kerl trompetet, daß ihm fast das Horn und die Backen platzen. ›Verflucht, die Schufte sind tüchtig hinter ihnen!‹ meinen unsere Leute, und sie können recht haben, denn wir wissen, daß drüben wenige der Unsrigen und viele von den Vivelamperörs und den Westfälingern sind. Da platscht es in den Strom, und wir stehen mit den Kuhfüßen in Anschlag, um auf alles gerüstet zu sein. Bescheid im Lande müssen sie wissen, sie haben die seichte Stelle gut gefunden, und halb watend, halb schwimmend kommen sie an, und von drüben pfeifen uns die blauen Bohnen um die Ohren. Das Horn meldet sich auch wieder, es bläst den Jägerruf der Freiwilligen, und da sind sie, und wir drängen uns an die schwarzgeräucherten, bärtigen, zerlumpten, lausigen Teufelsjungen, und der Mond scheint auf alles herab und amüsiert sich göttlich. Nun wissen wir, woran wir sind: versprengte Reiter Colombs sinds, und wir erfahren die ganze Prostemahlzeit. Bei Wörbzig bei Köthen hat der Westfälinger, General von Hammerstein, den Rittmeister verräterisch und heimtückisch überfallen, aber der Colomb war ihm zu schlau und ist besser davongekommen als die Lützower bei Kitzen. Seine lustigen Burschen haben ein fideles Ende für diesmal gemacht und dem Feinde die Plempe zu guter Letzt noch mal tüchtig durch die Fressage gezogen. Dann ist das Hauptkorps auf und davon und ist mit einer Subtraktion von vierzehn glücklich bei Aken über die Elbe gekommen. Aber zur Seite ist hier und da ein Häuflein abgesprengt, und solch eins fällt uns hier mit Jubilation und Hurra in die Arme und über unsere Feldkessel und Flaschen her. Drüben ists wieder ruhig, und keine Katze wagt sich übers Wasser; wir sind ganz unter uns und haben Zeit, einander genauer ins Gesicht zu sehen. Da ist ein blutjunges Bürschlein unter den reitenden Rattenfängern, wie ein Zigeuner zerzaust, und ich falle aus den Wolken, als die Kreatur die Hand an den Tschako legt und sagt: ›Herr Leutnant, ich melde mich als das Jüngste aus dem Nest – columba Colombi, ein Freiwilliger des Herrn Rittmeisters von Colomb!‹ – Ich packe den Burschen und ziehe ihn zum Feuer und dann in den Mondenschein; ich bin starr; unser Felix ists und kein anderer! Spricht der Bengel lateinisch, so zieh auch ich gelehrt vom Leder und rufe: Et tu, Brute? O du Teufelsjunge, wo kommst du her, und was hat der Alte dazu gesagt? – ›Ja, der Alte, wer fragt in solcher Zeit nach dem Alten? – Frage den Theodor drum‹, ruft der Naseweis, ›ich bin aus dem Hinterfenster ohne Abschied ausgerückt.‹ – Und so wars. Ich hörte in der nächsten halben Stunde noch von manchem tollen Streich; dann waren die wilden Gesellen wieder in den Sätteln, und fortgings in die Nacht; ich sah den Felix erst in Paris wieder im folgenden Jahr.«

Hier hielt der Erzähler inne und schüttelte melancholisch den Kopf. Der Theologe hatte mit gespanntester Aufmerksamkeit dieser Schilderung aus vergangenen wilden Tagen zugehört.

»Welch eine Zeit!« rief er jetzt unwillkürlich; aber der alte Krieger sagte:

»Eine ganz vortreffliche Zeit, wie alle Zeiten, in denen man einen großen Hunger nach irgend etwas hat, von dem man weiß, daß man es durch Mühen und Arbeit erlangen kann. Ihr jungen Leute habt keinen Begriff davon, wie wohl dem Fisch ist, der sich im Netz abgezappelt hat und aus ihm kopfüber in sein Element hinunterschlägt! Doch davon ist nicht die Rede, sondern von den drei Gebrüdern Götz. Deren ging jeder seinen besondern Weg, und da jeder Weg um die besondere Ecke ging, so verloren wir uns einander bald aus dem Gesicht. Es ist fast ein Wunder, daß ich wenigstens mit dem Theodor so – ahm – wieder zusammengekommen bin. Dieser gute Knabe war während der Kriege ruhig hinter seinem Schreibpult sitzengeblieben, und er hatte recht daran getan, denn man hätte ihn im Felde höchstwahrscheinlich sehr wenig gebrauchen können; es hat sich ausgewiesen, daß er stärker von Begriffen als von Nerven war. Er ist ewig ein Jammerbild gewesen, und jetzt – ahm Kandidate – na, ich sage nichts, aber was man sonst in einer Bude auf dem Jahrmarkt für seine Groschen sieht, das werdet Ihr gratis zu sehen kriegen. – Also mein Theodor saß hinter seinem Schreibtisch und schrieb sich zum Assessor; ich blieb, was ich war – Leutnant der Infanterie. – O du mein Je, ich wollts nicht besser haben; nach all dem lustigen Lärm wollt mir nichts anderes mehr behagen, und ich dachte dazu, mit Geduld kommst du vielleicht doch noch in die Höhe, wenn du dich nicht allzu schnell dem Trunk ergibst, s ist aber nichts daraus geworden; es wird auch manch besserer Kerl in den Winkel geschoben. Dem lieben Theodor ists dagegen herrlich ergangen. Sie haben ihn wohl gebrauchen können, und allzu steifnackig ist er auch nicht gewesen; da hat er sein täglich Brot schon gefunden und auch noch was dazu, nämlich seine Frau. Die kam aus einem gar frommen und gottseligen Nest und einem hochadligen, hieß mit Namen Aurelie von Lichtenhahn und ist heute noch sehr fromm, sehr adlig und meines Bruders Weib. Sie zeugten erst meine teure Nichte Kleophea, und ich habe es immer für eins der größten Wunder gehalten, daß sie das fertiggebracht haben. Verliebt Euch nicht in das Wettermädel mit dem heiligen Namen, junger Pfaff! – Bei allem, was blitzt und kracht, die Dirne paßt in jede Schilderei der Verführung des heiligen Antonius. Mein Fränzchen – na ja, Ihr werdet schon sehen, Kandidate! Nach der Geburt Kleopheas gabs lange Jahre weiter nichts. Keiner denkt an was Arges und mein lieber Theodor vielleicht am wenigsten, da erscheint – sieben Jahre sinds jetzt her – meine Schwägerin ganz unvermutet abermals in der Zeitung: Diese Nacht, mit Gottes gnädigem Beistand wurde – gesunder Knabe – und so weiter und so weiter. Es muß wohl auf ganz natürliche Weise zugegangen sein, denn die Welt ist darum nicht umgekippt, wenngleich sich auch ein Teil davon recht verwundert hat. Aimé heißt der Knabe, und Sie, Hans Unwirrsch, sind auserwählt, ihm das Abc beizubringen, und ich gratuliere dazu; das übrige besorgt die Mutter, wozu ich Ihnen ebenfalls gratuliere. – Daß meine Nichte Franziska jetzt in dem Hause des Geheimen Rats Theodor wohnt, haben Sie bereits erfahren; die ist die Tochter meines Bruders Felix, und da Sie das Kind nun ganz von selber genauer kennenlernen werden, so will ich von ihr weiter nicht sprechen, sondern nur über ihren Vater das Nötige rapportieren. Da geht auch eben der letzte Schnitzel der Sonne zum Henker, und so ist die Zeit recht passend und angenehm dazu. Von uns drei Brüdern hatte Felix jedenfalls die wenigste Ähnlichkeit mit dem Vater, welchem Theodor in jeder Hinsicht am meisten ähnelte. Wenn ich es auch zu weniger als nichts auf der Welt gebracht habe, so kann ich wenigstens stellenweise ein vernünftiger Mensch sein, Felix aber wars höchstens nur durch Zufall. Ein tollköpfiger, prächtiger Bursche war er, und selbst die, welchen er seine Streiche spielte, konnten ihm nicht gram werden. Ich hab ihn als Unterförster in meinem Walde das Schießen gelehrt und manches andere Stück der edlen Jägerei. Ich hatte den Knaben so lieb wie meinen Augapfel, und auch er hing an mir, soviel das ihm bei seinem leichten Sinn möglich war. Hätte ihn der Alte im Walde gelassen, wer weiß, ob nicht alles gut abgelaufen wäre; aber der Alte holte ihn eines Tages selber zurück und brachte ihn in einer fest geschlossenen Kutsche nach Ilfeld auf die Schule und gab ihn da in grimmige Zucht. Wenn nur die Welt dann nicht selbst aus Rand und Band gegangen wäre! Das war nichts für den jungen Falken, stillzusitzen hinter dem Gitter und in das grüne Tal hinab- und zu dem blauen Himmel emporzugucken und auf das Jägerhorn zu hören. Das Jägerhorn erklang eben durch die ganze Welt und rief alle jungen Falken heraus: Felix Götz hätte sich den Kopf an dem Gitter zerstoßen, wenn es ihm nicht gelungen wäre, es zu zerbrechen. Aus einer Schule hatte man ihm fortgejagt, von Ilfeld entfloh er bei Nacht und Nebel, und der erste Trupp freiwilliger Reiter, auf welchen er stieß, nahm ihn gern und willig auf und gab ihm ein ledig Pferd. Da hatte er, was er wollte. Ich habe schon erzählt, wie er mit den Colombschen ritt, über die Elbe versprengt wurde und in unsere Beiwacht fiel wie der Stein vom Monde. Ich habe auch gesagt, daß wir uns nicht eher wiedersahen, bis Paris genommen war, und nun muß ich hinzufügen, daß das Wiedersehen meinerseits gar nicht so recht erfreulich war. Der Feldzug in Frankreich hatte dem tollen Felix nicht gutgetan; liederlich und heruntergekommen sah er aus, und Drangsale und Entbehrungen waren nicht allein schuld an seinem Aussehen. Ich nahm ihn natürlich tüchtig ins Gebet, aber leider sah ich ein, daß ich nicht der rechte Mann dazu sei und daß für jetzt wenig an dem Unheil zu ändern sei, und zu einem gemütlichen Gedankenaustausch hatten wir auch nicht die gehörige Zeit, denn der große Tumult riß uns wieder auseinander, wie er uns zusammengebracht hatte. Mit dem Donnerwetter bei Waterloo war der Krieg zu Ende; ich marschierte in eine kleine Garnisonstadt, deren Name nichts zur Sache tut; Theodor schrieb immer noch Akten, und Felix – Felix schien vollständig überflüssig in Europa geworden zu sein. Es waren größere Akteurs von der Bühne abgetreten und wußten nunmehr nichts mehr mit ihrer Zeit zu beginnen: Felix schlug die Zeit tot mit Sünden. Bis der Alte starb, lag er dem auf der Tasche, und alle Versuche, die Theodor und ich machten, dem Jungen wieder zu einer nützlichen Existenz zu verhelfen, schlugen fehl. Zum letztenmal redeten wir bei unseres Vaters Begräbnis auf ihn ein; er aber ging mit seinem Erbteil, welches gleich dem unsrigen nicht sehr bedeutend war, zum zweitenmal nach Paris, und als er dort binnen kurzem aufs trockene kam, als richtiger Glückssoldat nach Amerika, wo seine Spur sich für Jahre verlor. Ich saß in meiner Garnison und zählte die Pappeln an den Teichen und Wegen des verlorenen Nestes. Man wollte mich im Steuerfach anstellen, aber dazu hatte ich keine Lust; – in den Wald wäre ich lieber zurückgegangen, doch da war jedes Loch vernagelt und auf keine Weise in das Gehege zu kommen. Ich vegetierte also fort wie der Schwamm im Dunkel, zog auf die Wache mit Gähnen, trank mehr, als einem Menschen, der mal eine Nichte zu versorgen haben soll, gut ist, drillte Rekruten mit Ekel, zählte Pappelbäume und spielte Schach, kurz, tat alles, was man unter besagten Umständen in unserm Stande sich wissenschaftlich beschäftigen nennt. Die alten Kameraden verloren sich allmählich aus dem Regiment; blutjunges, naseweises Gesindel rückte ein und machte einem das Leben noch saurer. Die Frauenzimmer an den Fenstern mokierten sich über den grauköpfigen Leutnant, der eigene Hund verlor den Respekt vor einem, und zuletzt wunderte man sich im Kriegsministerium gar noch, wenn man sich dem stillen Suff ergab und dann und wann den Anstand verletzte in der so überaus anständigen Zeit. Es schneite, es regnete, es gab auch Sonnenschein, während welchem die Sümpfe um das holde Städtlein anfingen zu stinken. Eins war mir so egal wie das andere, und als das Jahr achtzehnhundertunddreißig kam, wos wieder anfing, lebendig in der Welt zu werden, wunderte ich mich sehr, daß ich selber noch lebendig war. Aber wie es auch nunmehro in der Welt rumoren mochte, uns schien man in unserm Winkel total vergessen zu haben. Wie die Spinnen hinter dem Spiegel saßen wir; was für Bilder durch den Spiegel selber gingen, ging uns nichts an, und so wars jetzt fast noch schlimmer als vorher. Die Franzosen hatten natürlich nach gewohnter Weise den Tanz angefangen, in Belgien gings lustig los, in einigen kleinen deutschen Vaterländern folgte man dem guten Beispiel: einige jüngere Kameraden liefen Tag für Tag hinaus auf die Heerstraße, um den Kurier ankommen zu sehen, der den Marschbefehl bringen sollte. Sie mochten sich die Hälse ausrecken, so lang sie wollten, aus dem Sommer wurde Herbst, ohne daß es jemandem eingefallen wäre, uns unsern wissenschaftlichen Beschäftigungen zu entreißen. Es wäre auch schade darum gewesen! Nun sitze ich gegen Ende des Oktobers eines Abends, ein Glas zur Linken und die Karte der Türkei vor der Nase, um mit dem Bleistift dem General Sabalkanskoi nachzuziehen. Draußen heult der Wind, und zwar nicht nach Noten. Ich denke an mancherlei, was mit Diebitsch nichts zu tun hat: an den Alten, der nun längst von seinen Hämorrhoiden erlöst ist, an die Brüder, an die Schlacht bei Leipzig, deren Jahrestag wir neulich dadurch feierten, daß wir auf höhern Befehl Kommandos ausschickten, um die Freudenfeuer auszulöschen. Denk auch noch dazwischen, wozu solch ein alter Hund wie ich wohl eigentlich gut sein möge, als plötzlich mein Bursch vor mir steht und hinter ihm ein Mann im Mantel, der viel kalte Luft mit ins Quartier bringt. ›Herr Leutnant –‹, will der Bursche rapportieren, aber der Fremde schnauzt ganz à la militaire: ›Abtreten!‹, und verwundert winke ich meinem Kerl zu gehen. Er geht, und der andere bleibt. Ich will eben die gewohnten Phrasen machen: Mit wem habe ich die Ehre? und so fort, aber der Fremde nimmt sich, wie es in solchen Fällen heißt, selber die Freiheit, schlägt mich auf die Schulter und ruft: ›Alter Mensch, du bist doch recht grau geworden!‹ Er wirft den Mantel ab, und – Felix Götz ist über mich gekommen, wie an der Elbe Anno dreizehn; ich aber griff die Lampe vom Tisch und beleuchtete wiederum die Erscheinung. Es dauerte geraume Zeit, ehe ich mich von ihrer Wirklichkeit überzeugt hatte, ehe ich es glauben konnte, daß dieser durchwetterte Mann mein Bruder sei. Er war es aber, und es blieb kein Zweifel übrig. Nach einer Viertelstunde saßen wir vor vollen und geleerten Flaschen und erzählten uns wie damals an der Elbe unsere Schicksale. Beim Hauptmann von Kapernaum, Felix hatte mehr zu erzählen als ich; und Hauptmann ließ er sich auch titulieren, und ein peruvianischer Hauptmann oder kolumbianischer war er. Wir hatten zwischen unsern Pappeln, Teichen und Viehweiden von Bolivar, von der Schlacht bei Karabobo und der Schlacht bei Pinchincha gelesen, Felix aber hatte mit dem großen Mann aus einem Napf gegessen, und seine Schlachten hatte er mitgeschlagen. Und verheiratet war er auch, und zwar mit einer deutschen Kolonistentochter aus irgendeinem Fiebernest an irgendeinem scheußlichen Krokodilenfluß, und die Frau saß jetzt mit einem kleinen Mädchen in Paris, und der Capitano ging in Angelegenheiten, von denen er nicht sprechen durfte, nach Polen. – Als der Morgen graute, saßen wir beiden Brüder noch zusammen, und in den Tabaksqualm konnte sich eine Pionierkompanie mit Schaufel und Hacke hineingraben. Die ganze Nacht durch hatte es geregnet, und es regnete immer noch, als es fünf schlug und Felix aufsprang, mir die Adresse seines Weibes auf einen Zettel schrieb und versicherte, daß er nunmehr keinen Augenblick weiter zögern dürfe, da um ein Viertel auf sechs die Post weitergehe – nach Polen. Das war auch nicht anders als damals, wo er mit den Colombschen Reitern aus unserm Biwak ritt. Ich brachte ihn zur Post, sah ihn abfahren und kam betäubt und halb benebelt durch alles, was ich in der Nacht vernommen hatte, zurück ins Quartier. Ich schrieb an die unbekannte Schwägerin und erhielt nach einiger Zeit wiederum einen Brief, den nur ein gutes, aber sorgenvolles Weib geschrieben haben konnte; in diesem Brief wurde mir meine Nichte Franziska für künftige Zeiten anempfohlen. Aber aus Polen kamen zu Anfang des Dezembers die merkwürdigsten Nachrichten. Revolution in Warschau – Chlopicki Diktator – Schlacht bei Prags – Skrzynecki – Paskewitsch – noch ist Polen nicht verloren; – – – ich wußte jetzt, weshalb Felix Götz so schnell auf der Post weitermußte; der wilde Gesell wußte besser auf dem theatro mundi Bescheid als wir in unserer Vergessenheit. Ich glaube, er hat manchen unserer früheren Alliierten auf dem Gewissen, aber ich bin auch fest überzeugt, daß er nicht schlechter darum schlief. Erst nach dem Malheur bei Orstrolenka kam er zurück, klopfte krank, zerlumpt und blutend an meine Tür in der Nacht vom siebenten auf den achten Januar achtzehnhundertzweiunddreißig. Das war schuld daran, daß ich meinen Abschied nahm, um ihn nicht zu erhalten; doch darüber sprech ich nicht gern. Er ging nach Paris zurück zu seinem armen Weib und Kind, und ich habe mich seitdem als halber Bettler und ganzer Vagabond so gut und jämmerlich als möglich durch die Welt geschlagen. Anno sechsunddreißig war ich in Paris und kam grad recht zum Begräbnis meiner Schwägerin. Felix war noch mehr auf dem Hund als ich. Er gab Fechtstunden, und ich hab ihm durch ein paar Jahre dabei geholfen und ihm und mir sein Quantum Eau de vie täglich zugemessen und seinem Kind die deutsche Sprache gelehrt. Ich vergebs mir heute noch nicht, daß ich endlich ging, als ich glaubte, ihn nunmehr wieder fest auf die Füße gestellt zu haben. Als ich fort war, hat natürlich das alte Lied sofort von neuem angefangen; der Teufel der Liederlichkeit hatte ihn zu fest gepackt und gewann die Bataille. Vor fünf Jahren ist der Bruder Felix gestorben; ich habe sein Kind aus der Fremde heimgeholt, und nun hab ich erst recht gespürt, was es ist, wenn der Mensch kein eigen Dach hat, um solch ein verlassen Würmchen darunter zu bergen. Zum Theodor hab ich das arme Fränzchen bringen müssen, und wenn ich es nicht zu lieb hätte, könnte ich schon damit zufrieden sein. Sehet dorthin, Kandidate!«

Und Hans sah auf, daß es Nacht, dunkle Nacht geworden war, fühlte, daß es bitter kalt geworden war. Über der Erzählung seines Begleiters hatte er alles um sich her vergessen, hatte er vergessen, wieviel er für sich selber von dem nahen Ziel der Reise zu hoffen und zu fürchten habe.

Die Landstraße hatte sich an einem ziemlich unbedeutenden Hügel emporgewunden, und auf der Höhe derselben vollendete der Leutnant seinen Familienbericht, stand still und deutete mit ausgestrecktem Arm in die Ferne.

Nacht wars und still, kein Zweig der kahlen Bäume zu beiden Seiten des Weges regte sich. Schwarz war der Himmel, sternenleer war er, und von der zunehmenden Mondsichel war keine Spur mehr zu erblicken. Vor dem Hügel lag die Ebene, wie sie hinter ihm sich dehnte; aber mit Staunen und Schrecken starrte Hans auf den feurigen Schein vor ihm und horchte auf das dumpfe Rollen und Summen, welches aus einer unendlichen Tiefe dicht zu seinen Füßen zu kommen schien.

»Das ist die Stadt!« sagte der Leutnant Götz. »In einer halben Stunde sind wir an den Barrieren und in einer Stunde im Grünen Baum bei den Neuntötern.«

Hans achtete jetzt nicht auf die letztere mysteriöse Versicherung; der ungewohnte, überraschende Anblick nahm alle seine Sinne und Gefühle gefangen und verwirrte ihn dergestalt, daß er nach Luft schnappte wie jemand, der in einer windstillen Straße in Gedanken gegangen ist und den an der Ecke plötzlich der Sturm mit vollen Backen anbläst.

»Das ist die Stadt!« wiederholte er, »das ist die Stadt! Ich habe davon geträumt, aber das ist doch noch anders als der Traum!«

Er blickte schnell zur Seite. Die Idee war ihm gekommen, sein Gefährte habe ihn verlassen, sei in die Erde gesunken, und er – Hans Unwirrsch – stehe allein dem drohenden Untier da unten gegenüber. Es war das Gefühl, welches die gefangenen Sklaven hatten, wenn das dunkle Tor hinter ihnen zugefallen war und der unentrinnbare Kreis der Arena mit seinem zerstampften Sande, seinen Blutlachen, seinem Gebrüll, Hohngelächter und Geheul sich vor ihnen dehnte. Es war eine große Beruhigung, als er statt eines hunderttausendstimmigen ›recipe ferrum!‹ doch noch die ehrliche Stimme seines Begleiters neben sich vernahm:

»Wenn Sie genug von dem kuriosen Ding haben, so lassen Sie uns weitermarschieren. Es ist hier oben längst nicht so behaglich wie im Grünen Baum«, meinte der Leutnant, den Arm des jungen Mannes nehmend.

»Das ist, wie das Meer sein muß«, sagte Hans, »und ich stehe am Rande wie ein Knabe, der das Schwimmen lernen soll. Es treibt mich mit unwiderstehlicher Gewalt hinab, und doch fürchte ich mich. Ich fürchte mich vor der Gewährung meiner Wünsche; – was mich vordem mit so tiefem Verlangen erfüllt hat, macht mir jetzt ebenso tiefes Grauen.«

»Frisch mit einem Satz hinunter!« rief der alte Kriegsmann. »Streicht nur wacker mit Händen und Füßen aus, Freundchen! Man platzt noch nicht gleich, wenn man auch das Maul voll Wasser kriegt. Brr – fort! Was kümmert uns das Wasser? Vivat der Grüne Baum und die Neuntöter!«

Abwärts trabten die beiden Wanderer, und nach fünf Minuten befanden sie sich wieder auf ebenem Boden. Felder, Gärten und Gartenmauern zu beiden Seiten! – Sie kamen durch ein kleines Gehölz, dann in eine Wüstenei von Häusern, die man abzubrechen schien, die aber erst aufgebaut wurden. Fertige Häuser standen ungemütlich und frostig zwischen Pfahlgerüsten und unvollendeten Mauern oder auf kahlen Flecken. Selbst der Lichterschein, der aus diesen Häusern in die Nacht hinausfiel, hatte nichts von Gemütlichkeit und Behaglichkeit. Dies tolle Durcheinander mit seinem Geruch nach Kalk und frisch behauenen Balken schien kein Ende nehmen zu wollen, bis es auf einmal – so plötzlich ein Ende nahm, daß Hans Unwirrsch über den neuen Anblick abermals in die größeste Verwirrung geriet. Die Menschen und die Laternen auf ihrem Wege hatten sich von Minute zu Minute vermehrt, jetzt standen die zwei Reisenden vor einem Tore des Teiles der Stadt, der, wie der Leutnant sich ausdrückte, fertig war. Soldaten auf Wache! Laternenreihen, die ebenfalls auf Wache zu sein schienen! Menschen im Überfluß – ungeheuer viele Menschen!

Wache heraus – Trommelwirbel – – – »Grade neun Uhr – Zapfenstreich!« meinte der Leutnant, seinen altmodischen Zeitmesser mühsam aus der Tasche hervorhaspelnd.

Für Hans Unwirrsch aber gab es in diesem Augenblick keine Zeit. Er stand und gaffte über den Platz, der vor ihm sich ausbreitete, er starrte auf die lichterhellten vier Straßen, die auf diesen Platz ausmündeten und deren Anfang in unendlichster Ferne zu liegen schien. Ungeheuer viele Menschen! Neustadt war doch auch ein ziemlich bevölkerter Ort, aber dies ging noch über Neustadt hinaus; das ging über alles hinaus, was der Herr von Malthus jemals geschrieben hatte.

»Kommen Sie, Pfäfflein«, sagte der Leutnant. »Für diesen Abend und morgen gehören Sie mir, übermorgen liefere ich Sie an Ihren Bestimmungsort ab und müssen Sie dann sich auf eigene Faust zurechtfinden. Kleophea und Appendix wird Ihnen schon manche harte Nuß zwischen die Zähne schieben. Na, kommen Sie – Sie werden Ihr blaues Wunder haben!«

Quer über den Platz hinein in eine der breiten und langen Straßen! Hans Unwirrsch hätte nie gedacht, daß es so viel Menschen gäbe, welche Kutschen halten könnten. An jeder Straßenkreuzung entging er nur mit Mühe dem gräßlichen Tod durch das Rad. Ohne den schnauzbärtigen Mentor würde er sich dem Geheimen Rat Götz nur als Krüppel oder als Leiche haben vorstellen können.

»Vorgesehen! Rechts – links! – Donnerwetter, wo stecken Sie? – Achtung – Augen links – ein Omnibus!«

Als Telemachos endlich in eine ruhige Straße gerettet worden war, wischte sich der Leutnant schnaufend und blasend die hellen Angsttropfen von der Stirn, fächelte sich mit dem Sacktuch diese Stirn und seufzte:

»Mit Erlaubnis zu sagen, Kandidate, das ist ja schlimmer, schweißtreibender und verantwortungsvoller, als wenn ein Bauer sein Schwein zu Markte bringt.«

Hans war nicht in der Stimmung, den Vergleich übelzunehmen. Er war einfach schwindlig und hielt seinen Führer krampfhaft am Rockschoß und im Auge.

»Nur ruhig, wir haben jetzt klareren Weg vor uns. Sechsmal gradaus und sechsmal um die Ecke, dann sind wir gerettet. Im Grünen Baum wird abgekocht, und dann machen wir eine freie Nacht draus. Vorwärts! Marsch! Das war n Laternenpfahl, junges Wort Gottes! Marsch! Marsch!«

Sie standen eher vor dem Grünen Baum, als Hans es vermutet hatte. Und die Tür des gastlichen Gebäudes stand offen, und auf dem hell erleuchteten Hausflur stand der Wirt und ohrfeigte einen sehr jugendlichen und sehr hoffnungsvollen Ganymed, der vor der Tür der Gaststube die Zungenspitze vorwitzig in die Nektarschale des Zeus steckte, vulgo in das Glas Punsch, welches der Herr Oberst von Bullau bestellt hatte.

Aber die geballte Faust des Wirtes zum Grünen Baum öffnete sich, es öffneten sich die drohenden Falten seines Gesichts, der Knabe Louis entfloh seinem Griffe, und das Geheul des Knaben verklang in der Tiefe des Hauses. Nimmer wurde ein müder Wanderer unter einem Schenkenzeichen freudiger begrüßt als der Leutnant Rudolf Götz unter dem Schilde des Grünen Baumes. Der Grüne Baum und der Leutnant Götz kannten einander seit langer Zeit, und Hans Unwirrsch zog ebenfalls Vorteil aus diesem freundschaftlichen Verhältnis.

»Das Nest beisammen, Lämmert?« fragte der Leutnant.

»Jeder Vogel auf seinem Zweig!« antwortete der Wirt in ordonnanzmäßiger Positur, beide Hände an den Hosennähten.

»Bullau?«

»Auf seinem Zweig im Baum.«

»Schön! Stoff?«

»Propre!« antwortete der Wirt, den Zeigefinger langsam und bedeutungsvoll über die Lippen ziehend.

»Sehr schön! Ich gehe in das gewohnte Loch, und hier der Herr Kandidat erhält das Zimmer nebenan.«

»Zu Befehl, Herr Leutnant!« antwortete der Wirt mit einem Seitenblick auf unsern Hans, eine Glocke ziehend. »Johann, der Herr Leutnant auf sein Zimmer, der andere Herr auf Numero dreizehn, Licht – schnell – marsch!«

Treppauf marschierte mit dem Lichte Johann der Hausknecht, den der Leutnant ebenfalls seit längerer Zeit zu kennen schien. Die beiden Reisenden folgten ihm; der Wirt aber sah ihnen nach, goß langsam den Punsch, welcher für den Oberst von Bullau bestimmt gewesen war, die eigene Gurgel hinab und bündelte alle seine Verwunderung und alle seine Ideen über Hans Unwirrsch und das Erscheinen desselben im Grünen Baum zusammen in dem ausdrucksvollen Wort: »Putzig!«

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