Frei Lesen: Horacker

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Wilhelm Raabe

Horacker

Zwanzigstes Kapitel

eingestellt: 1.8.2007



»Leise, leise, leise«, flüsterte die Proceleusmatica. »Sie haben auch sonst mehreres von einem Leisetritt an sich, Neubauer, also – auch diesmal auf den Zehen wie ein blutdürstiger Indianer, Kollege. Einer in die Fußtapfen des andern, Hedwig, und dann – über sie her wie drei Tigertiere... Da sitzen sie um die Lampe – weiß Gott, und der Staatsanwalt schon mit einer Zitrone in der Hand, die Billa mit dem Zuckerhammer; und mein Alter hat selbstverständlich den Punschlöffel und das große Wort. Was sagt er? Von mir spricht er? Und er stößt deinen Windwebel mit dem Ellbogen an und deutet mit der Schulter ins Unbestimmte?... Kind, sie mokieren sich sogar noch über uns! Keinen Zwang mehr! Alle drauf los! Du auf den Deinen, ich auf den Meinen, und Sie, Neubauer, auf die ganze Bande!... O ihr Sünder, ihr ruchlosen, gewissenlosen, gottverlassenen Sünder, haben wir euch? Das nennt ihr Totgeschlagensein? Eine von deinen Hanswurstereien nenne ich es, Eckerbusch, und du – du – ja, du hast den Bauern instruiert und in die Stadt geschickt und dich als gemordet ausgegeben, Eckerbusch! O daß ich darauf nicht gleich gefallen bin!«

Jedenfalls waren sie drüber hergefallen, und die Überraschung war vollkommen gelungen. Nimmer hatte die friedliche Laube des Pfarrgartens zu Gansewinckel einen solchen Aufstand gesehen.

Schluchzend und totküssend hing Frau Hedwig Windwebel an ihres Viktors Halse. Am Kragen hielt Frau Ida ihren Eckerbusch. Der Staatsanwalt saß mit seiner halbierten Zitrone in den Händen sprachlos. Christian Winckler saß einfach starr, Nagelmann dienerte im Dunkel, und Frau Billa Winckler erhob die Hände zum dunkeln, wenn auch wolkenlosen Gansewinckler Äther:

»Dies geht über alles, was ich heute erlebte! Kommt ihr durch die Luft? Fallt ihr aus der Nacht herunter?«

»O Hedwig, mein Herz, mein Kind, mein armes süßes Weib, ich weiß es ja jetzt – seit einer halben Stunde –, wie du dich um mich hast ängstigen müssen!« stammelte Windwebel. »Es hat dir doch nichts geschadet?«

»Nein, nein, o nein, ich bin so glücklich; ich habe dich ja noch!« schluchzte die junge Frau.

»Dümpfe mich nicht, Alte. Du hast mich ja ebenfalls noch«, grinste Eckerbusch.

»Gestehe es, daß du den Gansewinckler Spitzbuben aufgewiegelt, instruiert, angestempelt und zu dem Schabernack uns in die Stadt geschickt hast.«

»Bereuen Sie es noch, lieber Nagelmann, zufällig, pflicht- und berufsmäßig heute abend mit mir nach Gansewinckel hinausgefahren zu sein?« wendete sich der alte Wedekind an seinen jungen juristischen Begleiter. »Hab ich es Ihnen nicht gesagt, daß man bei meinem Freund Krischan immer mit – Leuten zusammentrifft?«

»O Viktor«, flüsterte Hedwig, »war es nicht eigentlich doch zu böse von dir?«

Der Kollege Windwebel suchte von seinem Halse die umklammernden Hände seines Weibes gleichfalls, wenn auch sanft zu lösen; es gelang ihm aber fürs erste sowenig wie seinem Konrektor.

»Dümpfe mich nicht? Freilich werde ich dich ›dümpfen‹!« rief die Frau Konrektorin. »Habe ich dich noch? Leider habe ich dich noch, du – du, o du – Ho – racker! Frage den Neubauer da, was ich gelitten habe um dich frivolen Sünder, und frage ihn, was er unterwegs bis hierher ausgestanden hat, und dann – verlange noch einmal, daß ich jetzt schon mit dir fertig sein soll. O, und das will den Jungen Weisheit, ein gediegenes Wesen, Ordnung und – kurz und gut Verstand beibringen?! Ja, frage nur deinen Kollegen Neubauer, wie ich ihm unterwegs ein Mal über das andere in mehr als einer Hinsicht Abbitte geleistet habe.«

Der Oberlehrer Dr. Neubauer war bis jetzt noch nicht imstande, seinerseits in den Lärm einzugreifen. Er pflegte grundsätzlich da zu schweigen, wo er seinen Charakter nicht vollständig intakt aufrechterhalten konnte. Nur die höchste Bildung sieht in jeder Lage und unter jeglichem Geschrei, Gewirr und Gewinsel das eigene Leben als eigenes Kunstwerk und behält den Faden in der Hand, an welchem, sonderbarerweise, das Schicksal auch sie hält. Der Kollege Neubauer blieb auch auf die soeben mittelbar an ihn gerichtete Frage lächelnd stumm und ließ sich ruhig von dem immer vergnügter werdenden Gansewinckler Pastor die Hand zum Willkommen schütteln.

»Sie lieben ihn nicht zu süß, Doktor«, rief der Pastor, seine Punschschale im Auge behaltend. »Nein, das ist zu wundervoll, wie das alles so herrlich zusammentrifft. Sie lieben ihn auch nicht allzu süß, Frau Ida; – die Frau Hedwig soll mit Zucker nachhelfen dürfen. Kinder, es ist zu herrlich! Seit ich endlich diesen Horacker von der Seele los bin, fühle ich mich als ein ganz anderer Mensch.«

»Nein, zu süß liebt sie ihn nicht!« ächzte Eckerbusch, immer noch unter dem Griffe seiner Proceleusmatica. »Wundervoll ist es, herrlich ists – gar nicht auszudrücken. Umfahe mich, Geliebte, aber laß endlich meinen Hals los!... Was? Unter dem Auge des Gesetzes?... Ists denn des Blutvergießens noch immer nicht genug? Wedekind, ich bitte dich einzuschreiten; – Nagelmann, Sie kommen noch zu einem zweiten Protokoll. Hier, nehmen Sie mir den Löffel ab; wie kann ein Mensch mit frisch abgerissener Nase die nötige Aufmerksamkeit für das Getränk behalten?«

»So mime doch – agiere doch deinen Mops mit Leibweh! Oh, heute abend werde ich mit dafür sorgen, daß deine Lieblingsrolle naturgetreu ausfällt! Nicht wahr, ein altes Weib, das eine lebendige Gans rupft, ist auch eine von deinen Hauptleistungen? Das Gegacker sollst du wunderhübsch machen, sagt Neubauer, und auch meine Stimme täuschend fertigbringen, wenn ich nicht zugegen bin. Gott sei Dank, diesmal bin ich zugegen, Eckerbusch, und werde dir zeigen, daß ich mich in der Tat aufs Rupfen verstehe.«

»Hülfe, Winckler! Zu Hülfe, Staatsanwalt! Geistlich wie weltlich Schwert, zu Hülfe! Wedekind, sie macht wahrhaftig Ernst!« rief der Konrektor nach Atem schnappend. »Grüßt den Kerl zu Haparanda recht schön von mir, wenn ich verzappelt habe, und – nur nicht zuviel Zitronen in den Napf, Wedekind; es kann sonst keiner morgen früh vor Kopfweh aus den Augen sehen! Uff, da hast du einen Kuß, Alte; und nun laß es genug sein, der Mensch da verdirbt uns sonst das ganze Gebräu.«

»Und nun vor allen Dingen schönsten guten Abend«, sprach die Proceleusmatica, mit wahrhaft strahlendem Gesicht beide Hände im Kreise herumreichend. »Kinder, die Geschichte ist im Grunde glorreich, und schon die beiden Windwebel da zu sehen, wiegt den Weg auf. Wir sind in der Grüngelben gekommen, Eckerbusch, und haben sie nach dem Kruge geschickt. Die ganze Stadt sah uns abfahren; aber mein Trost ist, daß wir Neubauer mitgenommen haben, der wird morgen der Welt alles ins rechte Licht rücken.«

»Ich werde mein möglichstes tun, Frau Kollegin«, sprach der Kollege; und dann fing man in Wahrheit an, einander zu begrüßen, wie es sich gehörte. –

Wir haben beschrieben, wie Cord Horacker und sein Lottchen sich nach der bösen Trennung wiederfanden, sich wieder zusammenfanden auf dem Feldwege, der aus dem Walde und aus der Schlimmen, der grimmigen Welt gegen ihr Heimatdorf hinlief; die gebildeten Leute fanden sich nicht so wortlos nach ihrer drolligen Trennung voneinander wieder. Unendliches hatten sie sich zu sagen, und Nagelmann und Neubauer waren am Ende die einzigen, welche Herren ihrer Gefühle blieben und welchen hie und da ein verständnisvoller Wink genügte, um sich gegenseitig auf die Hauptpunkte im Gelärm des Gefühlsaustausches aufmerksam zu machen.

»Ich habe das Meinige mit den beiden Weibsbildern erlebt, das kann ich Sie versichern«, flüsterte Neubauer Nagelmann zu. »Wie ich eigentlich zu diesem Vergnügen gekommen bin, ist mir immer noch ein Rätsel. Die graue Unholdin hat mich aufgehoben, abgeführt und hier niedergesetzt, ohne mich nur für den kürzesten Moment aus der Betäubung herauszulassen. Die Person hat unbedingt einmal in einem Ei des Vogels Roch gelegen und ist von einem Vogel Greif ausgebrütet worden; ich aber habe mich nie so sehr als unmündiger Säugling gefühlt als heute abend in ihren Tatzen oder Klauen.«

»Auch Sie, Doktor?«

»Ja, auch ich!... In dem Geisteszustande, in welchem ich mich augenblicklich befinde, kostet mich das Geständnis nicht das geringste. Zerrüttung – ja, Zerrüttung ist das Wort! Bitte, entschuldigen Sie mich wenigstens für vier Wochen wegen chronischer Unzurechnungsfähigkeit, und suchen Sie meinen Zustand auch bei den übrigen Herren unseres Kreises zu vertreten. Vor allen Dingen jedoch setzen Sie mir jetzt auseinander, was Sie bewegen konnte, sich dergestalt amts- und berufsmäßig lächerlich zu machen?«

Einen vorsichtigen Blick warf Nagelmann auf seinen Vorgesetzten, ehe er Auskunft gab. Doch der Staatsanwalt teilte mit wahrhaft gastronomisch-sentimentaler Rührung seine Aufmerksamkeit zwischen den Zärtlichkeitsbezeugungen des jungen Ehepaares und der Zubereitung des Getränkes, welche letztere ihm allgemach allein zugefallen war. Er hatte kein Ohr und kein Auge für den jüngeren Kollegen übrig, und dieser flüsterte ungestraft zurück:

»Wir fahren seit längerer Zeit sämtliche Ortschaften unseres Bezirks nach seiner Lieblingsschnupftabaksdose ab. Er hat dieselbe irgendwo stehen lassen, weiß aber durchaus nicht, wo. Es würde mir in der Tat bald angenehm sein, wenn er die Hoffnung, sie doch noch wiederzufinden, endlich aufgeben wollte.«

»Und Horacker?«

»Bah!« lächelte Nagelmann, verächtlich die Schultern hebend. »Horacker?! Sie erlauben mir, daß ich auch dieses Wort auf Ihre Geisteszerrüttung schiebe. Bei Regenwetter würden wir sicherlich nicht nach ihm ausgefahren sein! – Da kennen Sie Wedekind schlecht. Übrigens, dieser Ortsbonze scheint mir in der Tat kein übles Exemplar seiner Gattung zu sein. Alle diese grauköpfigen muntern Kerle hier herum hängen merkwürdig freundschaftlich miteinander zusammen. Daß wir jetzigen Leute diese heitern, naiven Zustände aufrechterhalten werden, scheint mir leider unwahrscheinlich. Was halten Sie davon, Neubauer?«

Diesmal zuckte der Oberlehrer Dr. Neubauer die Achseln, aber stumm.

»Auf der Rückfahrt trete ich Ihnen meinen Platz bei meinem Herrn Chef ab, und Sie überlassen mir dafür den Ihrigen bei der kleinen Windwebel. Die Kollega Eckerbusch und den Zeichenlehrer nehme ich in den Handel; der Konrektor fährt sicherlich mit meinem Staatsanwalt. Wollen Sie, Neubauer?«

»Sämtliche Witze und Redensarten der beiden Burschen sind mir zwar bereits bekannt; aber – ich nehme doch den Tausch an«, seufzte der Philologe. »Hm, wer kann sagen, welch ein Gott mir da den Gatten jenes schauderhaften alten Weibes gegenübersetzt? Jedenfalls werde ich die Gelegenheit benutzen, es ihm zu loben. Ich für mein Teil, lieber Nagelmann, werde sicherlich das Meinige tun, die harmlosen Zustände der Vergangenheit weiter fortzuführen.«

»Meine Herrschaften und liebste Freunde«, rief gottlob der Staatsanwalt Wedekind, sich mit einem gefüllten Glase in der Hand erhebend, »auf das Wohl aller! Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß das Gemisch, soweit ich imstande bin zu urteilen, den gegebenen Mitteln entspricht. Füllen auch Sie sämtlich die Gläser, und probieren Sie gefälligst, auf daß sich aus aller Fülle der Individualitäten ein möglichst objektives Resultat und Verdikt ergebe. Ich sehe im Kreise herum, und Behagen erfüllt meine Seele; ich erblicke die alten Bekannten und fordere die jüngern Leute zu ihrem eigenen Besten auf, gleich uns das Leben nur an den richtigen Stellen tragisch zu nehmen. (Meine Dose habe ich neulich wohl nicht bei dir stehen lassen, Winckler?) Meine Pflicht erfordert freilich, daß ich mir morgen früh durch den Vorsteher Neddermeier unsern gemeinschaftlichen Freund Horacker zur Stadt liefern lasse; doch ihn tragisch zu nehmen, erfordert unsere Pflicht nicht, wie auch Sie wissen, lieber Nagelmann. Hoffentlich sehe ich dich gleichfalls bei den doch notwendigen Verhandlungen in betreff des endlich glücklich wieder erhaschten Verbrechers, Winckler, und lade dich hiermit ein, nachher bei mir zu Mittag zu speisen. Sie haben sämtlich sich die Gläser von meiner werten Gastfreundin, unserer Frau Billa, füllen lassen? Gut; so erlaube ich mir, dieses mein zweites Glas auf das Wohl der Damen zu leeren – bringen Sie doch dem wackern kleinen Mädchen, Ihrem Lottchen, auch eins, Hospita, und sagen Sie der armen braven Kreatur, der alte Wedekind fahre nie zufällig amtsmäßig über Land, ohne den vorliegenden Sachen auf den Grund zu gehen, und lasse gewöhnlich in seinen Akten auch die Vernunft mitsprechen. Eckerbusch, auch du wirst morgen bei mir essen; die drei übrigen Herren sind gleichfalls geladen.«

»Darauf läufts doch immer hinaus,« sprach die Frau Konrektorin in dem gedehnten Rhythmus, den die Welt und der Kollege Eckerbusch an ihr gewohnt war. »Übrigens wünsche auch ich jetzt endlich dieses Untier, euern Horacker, persönlich kennenzulernen. Du hast ihn unterm Verschluß, Billa?«

»In meiner Äpfelkammer. Er ist dem Staatsanwalt da ebenfalls unter den Händen eingeschlafen. Seine Mutter und meine Lotte halten Wache bei ihm. Wollen Sie ihn auch sich betrachten, kleine Frau?«

»Wenn Sie erlauben«, sagte Hedwig Windwebel mit einem Blick auf ihren Viktor, der nur bedeuten konnte: finde ich dich aber auch noch hier, wenn ich zurückkomme? – Und so gingen denn die drei Frauen, um Horacker den Räuber im Schlaf liegen zu sehen; wir aber können es nicht oft genug wiederholen: es war eine liebliche Nacht, die angenehmste des ganzen Jahres achtzehnhundertsiebenundsechzig.

Als sie, die drei guten Seelen, in die Obstkammer des Gansewinckler Pastorenhauses traten, legte die Witwe Horacker ganz erbärmlich bittend den Finger auf den Mund. Eine kleine Öllampe beleuchtete das aus Stroh und allerlei Kissen und Decken bereitete Lager, auf dem man den greulichen Sünder in vollständiger Gefühllosigkeit und Erstarrung hatte hinfallen lassen. Er lag wahrlich im tiefen Schlaf, und neben ihm mit dem Kopfe im Schoße der sehr wachen Witwe schlief Lottchen Achterhang ebenso fest – jetzt wiederum tierisch fest nach der schweren Mühsal und Angst der letzten Tage; und draußen füllten Duft und Sommerwonne und leises Blätterrauschen die Welt und füllte der Kollege Neubauer, der Dichter der Sechsundsechsias, von neuem die Gläser.

»O lieber Himmel!« flüsterten die zwei Kolleginnen aus der Stadt, und die Proceleusmatica fügte ganz verschüchtert hinzu:

»So habe ich mir den Anblick doch nicht vorgestellt, Billa.«

Die junge Frau schluchzte leise hinter ihrem Taschentuche in abgebrochenen Tönen:

»Und – mein Viktor – hat ihn –«

»Nun, Kinder«, sprach so bestimmt als möglich und mit den Händen auf dem Rücken die Gansewinckler Pfarrherrin, »ich hoffe, Kinder, heute übers Jahr ist doch alles besser abgelaufen, als wir jetzt meinen. Heule Sie nur nicht, Horackern; was wir drei hier dazu tun können, das wird sicher geschehen. Seine Zeit in der Besserungsanstalt wird er zwar absitzen müssen, sagt Wedekind; aber das schadet ihm auch nicht das geringste, da weiß ich alle in der Gemeinde zu taxieren; und Ihr Junge, Horackern, ist nicht der ärgste, dem mein Alter zum neuen Jahr gratulieren wird; also lasse Sie das Heulen, Horackern.«

»Ja, lasse Sie das Heulen, Witwe Horackern«, sprach die Kollegin Eckerbusch. »Ich will nicht umsonst nach Gansewinckel gekommen sein, und ich gebe Ihr mein Wort drauf, mein Alter soll gleichfalls sein Vergnügen heute nicht ohne die gehörigen Gegenleistungen gehabt haben! Er soll mir hier heran, und zwar mit Rat und mit Tat.«

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