Frei Lesen: Der neue Pitaval - Band 15

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Willibald Alexis

Der neue Pitaval - Band 15

Constantin Weise

eingestellt: 22.7.2007



Der Commissionsrath Weise, ein angesehener, reicher Mann in seiner Stadt, war am Abend des 22. September 1835 wohl und munter am Arm seiner jugendlichen und schönen Gattin aus einer heitern Gesellschaft nach Hause gekehrt. Jovialer Natur, war er es auch diesen Abend gewesen. Er war ein Mann, kaum 51 Jahr alt, von kräftiger Constitution und angenehmem Aeußern. Vor einigen Jahren erst hatte er seine zweite Frau, im Anfang der Zwanziger, geheirathet.

Um so mehr überraschte am folgenden Tage die Nachricht, daß er plötzlich gestorben sei. Sein Sohn, Constantin Weise, Candidat der Rechte, überbrachte selbst die traurige Meldung dem Ortsgeistlichen.

Man erzählte, daß der Commissionsrath gleich nach seiner Nachhausekunft sich unwohl gefühlt. Gattin und Sohn wollten den Hausarzt rufen lassen. Der Kranke selbst aber verbat es sich, da er die Krankheit für einen Anfall von Kolik hielt, an der er zuweilen litt. Aber der Anfall wurde heftiger, und nach öfterem Erbrechen und heftigen Krämpfen verschied er Nachmittags um 2 Uhr.

Sein Leichenbegängniß, mit großem Gepränge vollzogen, fand am 26. statt. Die Theilnahme war allgemein, da Weise eben so wohlhabend als bieder, eben so geachtet als beliebt war.

Weise war, wie erwähnt, zwei Mal verheirathet gewesen. Aus erster Ehe hatte er einen Sohn, Constantin, geboren 1809, und eine Tochter Adelaide, geboren 1811. Beiden hatte er eine seinem Stande und seinen Vermögensverhältnissen angemessene Erziehung gegeben. Adelaide hatte sich, zur Freude des Vaters, bald nach dem 1829 erfolgten Tode seiner ersten Frau, mit dem Regierungsassessor von B ... verheirathet. Weise, an weibliche Pflege gewöhnt, heirathete 1830 zum zweiten Mal, Anna W ..., die Tochter eines verstorbenen Steuerrathes, ein Madchen von 22 Jahren, die ihm zwar kein Vermögen mitbrachte, dagegen alle Reize, die einen Mann zu beglücken vermögen. Man hielt auch die Ehe für eine glückliche.

Constantin hatte im Jahr 1829, vor der zweiten Verheirathung des Vaters, die Universität Jena bezogen, hier Jura studirt, war dann 1831 nach Haus zurückgekehrt, hatte sein Examen glücklich gemacht, und darauf, auf Wunsch des Vaters, eine mehrjährige große Tour durch Deutschland, Frankreich und Italien. 1834 war er ins elterliche Haus zurückgekehrt und bereitete sich, in eifrigen praktischen Studien, zu einer Regierungsassessorstelle vor, um die er sich bewarb, als sein Vater starb.

Das Testament des Commissionsrathes, beim Magistrat der Stadt niedergelegt – in welcher Stadt Sachsens diese Geschichte spielt, die ihrer Zeit so offenkundig gewesen sein muß, sagt uns Dr. Bischoff nicht, aus dessen »Merkwürdigen Criminal-Rechtsfällen«, wir diesen entnehmen; er bezeichnet sie gleich den meisten vorkommenden Namen nur mit einem Anfangsbuchstaben, ein Verfahren, das vor unsern heutigen Grundsätzen keine Entschuldigung mehr findet, aber auch jener Zeit kaum gerechtfertigt erscheint, da alle übrigen Bezeichnungen so deutlich sind, daß jeder entfernt mit der Localitat und den Persönlichkeiten Vertraute die wirklichen Namen herausräth, ein Fremder aber zu falschen Schlüssen und Verdächtigungen verführt wird – das Testament des plötzlich Verstorbenen ward am 28. September den Weiseschen Kindern und der Witwe eröffnet.

Constantin erhielt das väterliche Wohnhaus nebst allen Mobilien darin, außerdem 20,000 Thaler Capital; Adelaide, die bei ihrer Verheirathung bereits 8000 erhalten, noch 22,000 Thaler an Capital; die Witwe 10,000 Thaler und ein wohleingerichtetes kleines Haus am Ringe. In die Pretiosen sollten sich die Kinder gleichmäßig theilen. Beide Kinder hatten übrigens schon ihr mütterliches Erbtheil vorweg erhalten.

Die Theilung fand am 29. September statt. Hierbei vermißte Adelaide drei ihr wohlbekannte Brillantringe. Constantin versicherte, die Dinge nie gesehen zu haben; die junge Witwe, die man herbeirief, um wo möglich Auskunft zu geben, bezweifelte sogar, daß ihr Mann diese Ringe im Besitz gehabt.

Bei diesem Theilungsgeschäfte entging dem scharfen Auge der jungen Frau von B... nicht, daß zwischen ihrem Bruder und ihrer Stiefmutter ein Verständniß obwaltete, über das sie schauderte. Beide flüsterten oft mit einander, gaben sich verstohlene Winke, ja sie glaubte zu sehen, daß ihre brennenden Blicke auf einander hafteten.

Man hatte Adelaide, obgleich in derselben Stadt wohnend, nicht zum kranken Vater gerufen. Erst als er unerwartet gestorben, schon die Leiche gewaschen und angekleidet war, hatte man es gethan. Vielleicht daß diese Versäumniß sie empfindlich, argwöhnisch gestimmt hatte.

Als die Erbtheilung vorüber war und Adelaide das Haus verließ, sagte sie zu ihrem Bruder im Fortgehen: »Constantin, habe Gott vor Augen und im Herzen und hüte Dich, daß Du in keine Sünde willigst.«

Es waren noch nicht drei Wochen verstrichen, als der Rechtscandidat Constantin Weise, seinen Bekannten unerwartet, seine Vaterstadt verließ. Er hatte die ererbten Capitalien eingezogen oder cedirt und das Erbhaus verkauft. Seine Schwester erhielt folgenden Brief von ihm statt Abschiedes:

Liebe Adelaide!

Deine Mahnung ist auf guten Boden gefallen; Du hast mein Innerstes durchschaut; ich verlasse K.–, weil ich mich für zu schwach fühle, eine Leidenschaft zu bekämpfen, deren Befriedigung ein großes Verbrechen sein würde. Ich kehre erst dann wieder nach K.– zurück, wenn ich völlig geheilt sein werde. Lebe wohl!

K–, am 19. October 1835.

Dein Dich herzlich liebender Bruder Constantin.

Seltsamer Weise hatte auch die verwitwete Commissionsräthin Weise am 21. October die Stadt verlassen, auch sie hatte die ihr zugefallenen Capitalien eingezogen, auch sie ihr Haus am Ringe verkauft. Sie gab vor, ihre Tante in Altona besuchen, oder vielleicht sich ganz dahin zurückziehen zu wollen.

In Adelaidens Brust stieg ein neuer Argwohn auf. Aber sie kannte, liebte, achtete ihren Bruder. Sein Brief beruhigte sie, sie drängte mit Gewalt alle bösen Gedanken zurück und war genug Herrin ihrer selbst gewesen, Niemanden etwas von ihrem Verdacht mitzutheilen, auch ihrem Manne nicht.

Am 10. November ließ sich das Stubenmädchen ihres Vaters bei ihr melden. Julie Brenner bat um eine ganz geheime Unterredung. In einem abgelegenen Zimmer fiel sie vor der jungen Frau auf die Knie, und bat sie um Gottes willen ihr zu vergeben, daß sie ihr erst jetzt Thaten entdecke, vor denen die Menschheit schaudere. Adelaide bebte an allen Gliedern. Was sie hören mußte, sollte sie noch tiefer erschüttern. Die Aussage der Brenner, nachdem sie zu sich gekommen, lautete:

Als der junge Herr Weise gegen 1834 von seinen Reisen zurückgekehrt war, merkte ich gar bald, daß dem jungen Herrn die Stiefmutter nicht gleichgültig war. Er suchte, so oft es nur irgend möglich war, in ihrer Nähe zu sein; er sagte ihr Worte, wie nur eine heftige Liebe sie eingeben kann, und leider nahm ich auch bald wahr, daß die junge Frau solche Reden gut aufnahm. Gegen Pfingsten verreiste der Herr Commissionsrath Weise auf einige Tage, und während dieser Zeit sah ich den jungen Herrn fast stets in dem Zimmer der jungen Frau. Am dritten Pfingstfeiertage früh trat ich in ihr Zimmer und traf Beide auf dem Canapee in fleischlicher Umarmung. Der junge Herr sprang auf und fuhr ganz erbost auf mich zu, allein die junge Frau, nachdem sie ihr Kleid etwas in Ordnung gebracht hatte, nahm mich bei Seite, gebot mir Schweigen und gab mir zwei Ducaten. Seitdem haben sich Beide vor mir nicht mehr gescheut. Wenn der Herr Commissionsrath zu Bette gegangen war, schlich der junge Herr sich in das Schlafgemach der Frau und verließ dasselbe gewöhnlich erst früh Morgens. Das geschah jede Woche zwei, auch drei Mal. Selbst in Gegenwart des Herrn Commissionsraths warfen sie sich verstohlene Kußhände zu, und über Tische hafteten ihre brennenden Blicke oft aufeinander.

Am 14. Trinitatissonntage (20. Sept. 1835) lauschte ich Abends gegen 10 Uhr an der Thüre, welche zur Schlafstube der jungen Frau führt. Ich hörte leise sprechen, erkannte aber doch die Stimme des jungen Herrn und der Frau. Das Zwiegespräch drehte sich, wie ich hörte, um ihre leidenschaftliche Liebe und darum, daß es anders werden müsse, daß sie sich des Alten entledigen und dann mit dem väterlichen Vermögen in einem fremden Lande niederlassen müßten. Mir stiegen die Haare zu Berge!

Zwei Tage später war Gesellschaft bei dem Herrn Rath Wagner; der Herr Commissionsrath Weise und die junge Frau gingen auch hin. Während dieser Abwesenheit war der junge Herr sehr ängstlich; er ging von einem Zimmer in das andere! Als es Abends 10 Uhr geschlagen hatte, befahl er mir, dem Vater sein Glas Zuckerwasser an das Bett zu stellen; ich that es auch sogleich und sah dann, daß der junge Herr sich noch mit dem Glase beschäftigte. Er hob es einige Mal in die Höhe, rüttelte die Flüssigkeit einige Mal um und ging dann wieder ängstlich auf und ab. Endlich kam der Herr Commissionsrath und die junge Frau; der junge Herr gab ihr einen bedeutenden Wink, der auch auf das Glas mitfiel; ich hätte aber eher des Himmels Einfall befürchtet, als daß der junge Herr etwas Böses in das Glas gebracht hätte! Der Herr Commissionsrath entkleidete sich, trank das Wasser, wie er gewohnt war, auf ein Mal aus, äußerte aber auch zugleich, daß es sonderbar schmecke. Er legte sich zu Bette; es war aber kaum 11 Uhr, als ich Thee kochen mußte, weil der Herr unwohl war. Er erbrach sich, hatte Krämpfe, ächzte heftig und warf sich im Bette herum. Jetzt gebot der junge Herr mir, ich solle aus der Stube gehen, was ich auch that. Ich habe dann den guten Herrn lebend nicht mehr gesehen. Als ich den Leichnam wieder sah, war er schon völlig angekleidet, was Niemand anders als der junge Herr oder die Frau, oder Beide zusammen gethan haben konnten, weil kein fremder Mensch ins Haus gekommen war. Ich glaube, der gute Herr ist vergiftet worden; ich glaube auch, daß die junge Frau vom jungen Herrn schwanger ist, weil sie ihre Reinigung in der letzten Zeit nicht gehabt hat, auch glaube ich, daß sie zusammen in ein fremdes Land entwichen sind. Ich hätte das Alles gleich gesagt, aber ich fürchtete mich vor dem jungen Herrn, auch hatte ich zu wenig geltenden Beweis. Das muß ich noch sagen, daß der junge Herr auch die Ringe genommen hat, welche fehlen; ich habe sie bei ihm gesehen.«

Adelaide war, einer Ohnmacht nahe, auf das Sopha gesunken. Sie gebot dem Mädchen fürs erste gegen Jedermann das tiefste Schweigen und ließ dann ihren Mann rufen. Sie gewann die Kraft, ihm den ganzen Inhalt der Anklage mitzutheilen, und fragte ihn, unter einem Strom von Thränen, was da zu thun sei? Der Regierungsassessor war, als Staatsdiener und Jurist, keinen Augenblick unschlüssig. Das vorliegende Verbrechen, mit einer so bestimmten Anklage, unterstützt durch so viele Umstände, sei der Art, daß es nicht mehr aus Verwandtenrücksichten vertuscht und in der Familie behalten werden dürfe, die Pflicht vielmehr gebiete, es dem Criminalgericht anzuzeigen. Es sei auch Pflicht gegen den Bruder seiner Frau, damit, wenn er unschuldig, er sich vor solcher Anschuldigung rechtfertigen könne; sei er schuldig, könne er nur durch Erleidung der Strafe seine That sühnen.

Schon am Nachmittag desselben Tages machte der Assessor von B... beim Criminalgericht die Denunciation. Sofort ward die Brenner, ein unverdächtiges Mädchen, 26 Jahr alt und Tochter eines verstorbenen Regierungscanzellisten, zu Protocoll vernommen; sie wiederholte die obige Erzählung, ward darauf vereidet und zur Verschwiegenheit angewiesen.

Am 11. ward der Leichnam des verstorbenen Weise ausgegraben, von mehren Personen, die ihn genau gekannt, recognoscirt und vor vollständig besetztem Gericht, mit der Obduction und Secirung verfahren. Die Fäulniß hatte den wohlgenährten, kräftigen Körper noch wenig angegriffen. Im Magen und den dünnen Därmen fand man zwar Spuren von Entzündung, sonst aber »nichts Bedenkliches«. Bei der am folgenden Tage vorgenommenen chemischen Untersuchung fand man jedoch »in den Contentis des Magens weißen Arsenik in aufgelöstem Zustande«. Das Gutachten fiel dahin aus, »daß der Entseelte so viel davon verschluckt, daß er daran hätte sterben müssen«.

So stand denn fest: Weise war vergiftet worden. Denn an einen Selbstmord konnte Niemand denken. Er war ein notorisch lebensfroher Mann; der Rath Wagner und seine Frau bekundeten eidlich, daß er am Abend vor seinem Tode in ihrer Gesellschaft äußerst lustig gewesen und von einer Reise mit wahrem Enthusiasmus gesprochen habe, die er im Frühjahr mit seiner Gattin nach Florenz unternehmen wollen. Die gewichtigsten Indicien wiesen auf eine bestimmte Thäterschaft: die Aussage der Brenner; die der jungen Frau von B... über das verdächtige Benehmen ihres Bruders und ihrer Stiefmutter; Constantins schnelles Verschwinden, nachdem er das Haus übereilt verkauft und die Capitalien eingezogen; dasselbe Verfahren der verwitweten Weise, die, nach amtlichen Nachrichten, nicht nach Altona gekommen war. Endlich hatte der Apotheker Veit, in einem zwei Stunden entfernten Marktflecken, unaufgefordert, auf das verbreitete Gerücht hin, daß der Commissionsrath Weise vergiftet sei, beim Gericht die Anzeige gemacht, daß der Rechtscandidat Weise am 21. Sept. – also am Tage nach dem Trinitatissonntage, wo die Brenner das geheime Gespräch zwischen dem jungen Weise und der Stiefmutter in dem Schlafzimmer der Letztern belauschte – in seine Apotheke gekommen und für einen Groschen Arsenikpulver, angeblich zur Vertilgung der Mäuse, gekauft habe.

Somit hielt sich das Gericht für berechtigt, Steckbriefe gegen Constantin und Anna, verwitwete Weise, zu erlassen. Sie sind uns leider nicht mitgetheilt.

Diese Steckbriefe waren vom 16. November 1835. Aber beinahe zwei Jahre vergingen, ohne daß man die geringste Spur von den Entflohenen erhielt. Man durfte glauben, daß sie über das Atlantische Meer gegangen und in Amerika für immer verschwunden wären.

Auf einer Reise nach Italien besuchte der Professor August M... im Frühjahr 1837 den Lago Maggiore. Am 12. Mai schiffte er nach den Borromeischen Inseln. Auf der Isola Madre traf er einen ihm bekannt scheinenden jungen Mann, auf dessen blassem Gesicht eine tiefe Schwermuth lagerte.

»Wir müssen uns«, sagte der Professor, »schon irgendwo gesehen haben, darum entschuldigen Sie, wenn ich mir die Freiheit nehme, nach Ihrem werthen Namen zu fragen.«

»Nennen Sie mich Trostlos«, erwiderte der junge Mann; »ich bin in der That, was dieser Name sagt. Ich verlor vor 14 Tagen meine Gattin in Arona und bin nur hierher gekommen, die Stellen noch ein Mal zu besuchen, die ich noch kürzlich mit einem weiblichen Wesen durchwanderte, dessen Tod mein irdisches Paradies zertrümmert hat.« Er brach dabei in einen Strom von Thränen aus und sagte nach einer Pause zum Landsmann: »Ich reise in einigen Tagen nach K... ab, um meine Schwester zu besuchen, die ich lange nicht sah.«

»Nach K...«, fiel der Professor ein, »im Herzogthum –?«

»Eben dahin«, erwiderte der junge Mann, und Beide trennten sich. Der Professor nicht ohne einen Schauer. Der ganze Zusammenhang der Dinge stand ihm augenblicklich vor der Seele, er kannte genau die gräßliche Geschichte in der, seinem Domicil benachbarten, sächsischen Stadt; der des Vatermords und der Blutschande geziehene Sohn hatte in der Gestalt des blassen, düstern Trostlos vor ihm gestanden.

Der Professor fuhr nach Arona und stellte Erkundigungen an. Ohne Mühe erfuhr er, daß seit dem November 1835 sich hier ein junges deutsches Ehepaar aufgehalten. Die junge Gattin sei im April 1836 von einem todten Kinde entbunden worden, und ein Jahr darauf, in diesem April 1837, an einem nervösen Fieber, verstorben. Bald nach der Beerdigung seiner jungen Gattin hatte der Ehemann Arona verlassen, angeblich, um in sein Vaterland zurückzureisen. In seinem Paß war er Julius von Erbach genannt. Der Paß war vom Magistrat in M... ausgestellt.

Der Professor schrieb sofort an den ihm bekannten Schwager Constantin Weises, den Regierungsassessor von B..., welcher den Brief, zur etwanigen weitern Verfolgung, an den Criminalrichter abgab.

So romanhaft diese Begegnung und Geschichte klingt, ist sie doch in allen ihren Zügen wortgetreu aus den Acten entnommen. Aus dem Briefe des Professors in denselben hat Bischoff buchstäblich das Zusammentreffen und Gespräch mit dem jungen Weise aufgenommen.

Einer weitern Verfolgung auf diese Anzeige, seitens des Gerichtes, bedurfte es nicht.

Am Tage Peter und Paul, am 29. Juni 1837, in der Abenddämmerung, trat ein Reisender in das Haus des Regierungsassessors. Er trat in Adelaidens Zimmer, und ihr Bruder Constantin Weise warf sich vor ihr nieder und klagte sich mit dürren Worten des Vatermordes und der Blutschande an. Unter heftigem Schluchzen bat er, daß sie, die Schwester, ihm wenigstens vergebe. Er stand dann auf, legte stumm ein Packet auf den Tisch, ergriff der Schwester Hand, preßte sie heftig an die Brust und eilte zum Hause hinaus. Die Schwester war bei dem ganzen Vorfall nicht im Stande gewesen, ein Wort zu sprechen.

In dem Packet fanden sich später 30,100 Gulden Conv.-Münze in österreichischen Banknoten und die drei bei der Erbtheilung vermißten Brillantringe.

Weise ging aus dem Hause der Schwester sofort zum Criminalrichter, wiederholte hier dieselbe Anklage und verlangte ausdrücklich, in das Gefängniß abgeführt zu werden.

Schon am folgenden Tage wurde Constantin gerichtlich vernommen. Nachdem er über seine Familienverhältnisse das uns Bekannte zu Protocoll gegeben und namentlich der zweiten Verheirathung seines Vaters erwähnt hatte, sagte er:

»Ich kannte Anna, ja ich liebte sie früher, ehe der Vater sie heirathete. Sie war meine Jugendgespielin und, als ich älter wurde, meine Geliebte. Wenn ich die Ferien im väterlichen Hause verlebte, trafen ich und Anna öfters auf Spaziergängen zusammen; wir entwarfen den Plan für die Zukunft und dachten damals nicht, welch großes Unglück uns bevorstehe. Im Sommer 1830 schrieb Anna, deren Vater ein halbes Jahr früher verstorben war, mir nach Jena und machte mir Vorwürfe über meinen angeblichen Umgang mit der Tochter des Professor K–d. Ich antwortete ihr in einem empfindlichen Tone und erhielt zu meinem Schrecken gegen Michaeli 1830 vom Vater die Nachricht, daß er sich mit Anna vermählt habe. Ohne das väterliche Haus zu besuchen, ließ ich mich im Herbste 1831 vor der Regierung in M... examiniren, ging, wie gesagt, auf Reisen und kehrte erst vor Ostern 1834 in die Heimat zurück. Das Verhältniß zwischen mir und Anna war in den ersten Tagen höchst drückend, bald aber waren wir Beide nicht mehr mächtig, unsere frühere leidenschaftliche Liebe zurückzuhalten; wir wurden Verbrecher!« – Da Weise bat, das Verhör abzubrechen, er auch sichtlich angegriffen war, so wurde er, nachdem das Protocoll vorgelesen und von ihm genehmigt worden war, wieder abgeführt.

Am 1. Juli 1837 setzte man das Verhör mit dem Inculpaten fort:

»Ich sprach gestern« – sagte Weise – »daß Anna und ich Verbrecher geworden wären. Wir haben lange gekämpft, aber umsonst! Anna fühlte sich im September 1835 schwanger von mir. Sie eröffnete mir diese Nachricht unter den Aeußerungen banger Besorgnisse. Mein Vater hatte seit längerer Zeit, wie sie sagte, ihr nicht ehelich beigewohnt; Schimpf und Schande werde, wie sie unter Thränen äußerte, ihr Loos sein! Ich war um so weniger im Stande, sie zu trösten, da ich selbst über diese Nachricht zum Tode erschrocken war. Lieber wollte sie ihrem Leben im Wasser ein Ende machen, falls ein anderer Ausweg nicht mehr möglich sei. Der Vater war zu jener Zeit unzufrieden mit mir, weil der Magistratsrath Dr. S... ihm gesagt hatte, ich sei nachlässig und zerstreut, er wisse nicht, was er aus mir machen solle. Wäre – dachte ich – der Vater todt, so wäre alle Schmach von mir und Anna genommen! An diesen Gedanken knüpfte sich die Hoffnung, daß ich dann irgendwo mit ihr ehelich leben könne, während ich mich überzeugt hielt, daß Anna sich ums Leben bringen werde, wenn sie nicht von der ihr drohenden Schmach befreit werde. Dieser Gedanke beschäftigte mich einige Tage; ich äußerte denselben endlich gegen Anna; sie schwieg einige Augenblicke, dann aber sagte sie: Constantin, Du hast Recht; ein Leben muß vernichtet werden, wenn zwei Leben (damit meinte sie sich und ihr Kind, mit dem sie schwanger ging) erhalten werden sollen! Ich sprach dann einige Tage vor der Ausführung meines Vorsatzes noch ein Mal mit ihr in ihrer Schlafstube, und hier kamen wir überein, daß der Vater vergiftet werden solle und daß wir dann unter fremden Namen in Arona, wo ich früher gewesen war, uns niederlassen und dort als Mann und Frau leben wollten. Ich ritt am 21. Sept. 1835 nach M..., ließ mir in der dortigen Apotheke für einen Groschen Arsenikpulver, angeblich gegen die Mäuse, geben, kehrte an demselben Tage wieder nach K... zurück, konnte aber damals Anna nicht allein sprechen. Am 22. September war Abends Gesellschaft bei Wagners. Ich sollte auch daran Theil nehmen, allein ich blieb zu Hause, um die Vorkehrung zur Ausführung des Verbrechens zu treffen, was ich der Anna vor ihrem Weggange mit wenigen Worten sagte. Als ich glaubte, der Vater werde nun zurückkehren, ließ ich durch das Stubenmädchen Brenner das Zuckerwasser zurecht machen, welches der Vater jeden Abend vor dem Schlafengehen zu trinken pflegte. Ich that die größere Hälfte des Arsenikpulvers hinzu, rüttelte die Flüssigkeit einige Mal um und wollte mich eben entfernen, als der Vater und Anna von Wagners zurückkamen. Ich gab Anna einen Wink, mit dem ich sagen wollte, was geschehen sei, und entfernte mich.

»Gegen 11 Uhr war der Vater heftig krank; er hatte das Wasser getrunken, Erbrechen bekommen und Krämpfe. Er verlangte nach dem Arzte, ich that, als eile ich ihn zu rufen, ging aber nach einer Weile wieder in das Zimmer und sagte, der Doctor sei verreist. Ich sollte dann einen Chirurg rufen, allein auch dieser war, wie ich fälschlich vorgab, nicht einheimisch. Gegen Morgen war der Vater schon gefühlloser; er verlangte nicht mehr nach dem Arzte, trank eine große Menge Wasser und verschied am 23 September Nachmittags 2 Uhr. Das Erbrochene habe ich und Anna weggebracht, und ich selbst habe den Vater gereinigt und angekleidet. Das Wasserglas habe ich weggeschleudert und dann die Schwester vom Tode des Vaters benachrichtigen lassen, auch das Leichenbegängniß bei dem Geistlichen bestellt. Am Tage der Beerdigung des Vaters haben ich und Anna uns auf die Knie geworfen und Gott um Verzeihung für unser Verbrechen gebeten, uns aber auch ewig treue Liebe geschworen!«

Auf die Specialfragen bekannte er, daß die Angaben der Brenner in allem Wesentlichen richtig seien, auch daß er dem Vater drei Brillantringe heimlich entfremdet gehabt – aber er habe sie der Schwester Adelaide auch wieder gegeben, wie er denn sein ganzes Vermögen in ihre Hand gelegt. Es solle ihr Eigenthum sein; blos die Untersuchungskosten und – kaum hörbar sprach er die folgenden Worte aus – die Kosten seiner Hinrichtung solle sie davon bezahlen.

(Constantins Erbtheil hatte, außer dem mütterlichen Vermögen, 20,000 Thaler betragen, dazu das Haus mit Mobilien, welches, in Anbetracht des baaren Erbtheils der Tochter von 30,000 Thaler, wenigstens 10,000 Thaler betragen mußte. Immobilien standen zu jener Zeit (1835) zuhöchst im Werthe. Constantin Weise durfte also, ohne den Werth der Pretiosen u. s. w., ein baares Vermögen von 30,000 Thalern mitgenommen haben. Kommt das der Witwe hinzu von 10,000 Thalern baar und, den Werth des kleineren aber wohleingerichteten Hauses auf die Hälfte des größeren, also 5000 veranschlagt, so hatten die Flüchtlinge, als sie die Vaterstadt verließen, über mindestens 45,000 Thaler zu disponiren. Constantin brachte als sein ganzes Vermögen p. p. 30,000 Gulden, also etwas über 20,000 Thaler zurück. In anderthalb Jahren hätten also zwei einzelne junge Leute, welche sich in die Verborgenheit eines Alpensees zurückzogen, gegen 25,000 Thaler verzehrt; ein Umstand, der zusammengenommen mit dem der Diamantenentfernung, in der Hauptsache freilich nichts ändert, aber doch zu Vermuthungen Anlaß gibt, welche den sentimentalen Lichtschein, den die Darstellung auf Constantin wirft, etwas dämpft.)

Als der Criminalrichter ihn fragte, ob er glaube, daß er hingerichtet werde, antwortete er:

»Ja, meine Verbrechen verdienen den Tod. Diese Strafe zu erleiden, bin ich hierher gekommen. Hätte ich das nicht gewollt, so wäre ich nach Annas Tode nach Amerika gegangen, wozu ich Mittel und Kenntniß hatte.«

Zur Ergänzung seiner obigen Geschichtserzählung fügte er noch Folgendes hinzu:

»Als wir unser Vermögen hier veräußert hatten, verabredeten wir die Tage unserer Abreise. Ich reiste am 19. October bis A..., wo ich einen Reisewagen kaufte, und am 21. Oktober 1835 kam auch Anna dorthin. Wir reisten unaufgehalten nach Arona, wo wir uns eine freundliche Wohnung mit einem Garten mietheten. Wir unternahmen von da aus kleine Reisen, bis Annas vorgerückte Schwangerschaft uns in Arona festhielt. Am 16. April 1836 wurde sie von einem todten Knaben entbunden. Bis zu ihrem Tode, der am 28. April d. J. erfolgte, haben wir zusammen gelebt wie Mann und Frau, wofür wir uns auch ausgaben.«

Befragt, wie es ihm möglich geworden, ohne polizeiliche Legitimation in einem fremden Lande sich niederzulassen, bekannte er, sich selbst aus der Magistratur eines der dort vorräthigen Paßschemata auf den Namen Julius von Erbach ausgefüllt und vorsorglich zugleich seine Gattin darin aufgenommen zu haben. Auf seiner Rückreise hatte er den Paß verbrannt.

Er bekannte wiederholentlich alle seine Verbrechen: die Vergiftung des Vaters, in der Absicht, sich und Anna von der Schmach zu befreien, die ihnen bevorgestanden; sich vor und nach dem Tode seines Vaters mit seiner Stiefmutter fleischlich vermischt und ein Kind mit ihr gezeugt zu haben; endlich seinem Vater bei dessen Lebzeiten drei Brillantringe entfremdet und sich einen falschen Paß, dessen Schema er aus dem Magistratsgebäude entfremdet, angefertigt zu haben.

Alle seine Angaben wurden als richtig befunden, insoweit die betreffenden Behörden, auch die in Arona, darüber um Auskunft ersucht, Nachricht darüber geben konnten.

Auch im articulirten Verhör blieb Weise bei allen seinen Aussagen. Er drückte sich noch bestimmter über seine Schuld und die Motive dazu aus. Auf die Frage: warum er, trotz seines Entschlusses, nachdem er das Vaterhaus, von seinen Reisen zurückkehrend, wiedergesehen, sofort abzureisen, doch in K... geblieben sei? antwortete er: »Weil meine alte Leidenschaft für Anna erwachte und Anna selbst mich leidenschaftlich liebte.«

– Woraus schlossen Sie, daß Ihre Stiefmutter Sie leidenschaftlich liebte?

»Gott! nennen Sie Anna nicht meine Stiefmutter. Ich fühle bei diesem Ausdrucke jedes Mal einen Stich in meinem Herzen. Anna hat mir ihre grenzenlose Liebe selbst gestanden.«

Auf die Frage: wie er zu den Ringen gekommen? gab er eine Antwort, die noch Manches unklar läßt:

»Ich habe sie aus dem unverschlossenen Pulte meines Vaters entfremdet; es ist nach Pfingsten 1835 geschehen. Ich wollte sie Anna geben, unterließ es aber, weil ich glaubte, bei Anna zu verlieren, wenn sie erführe, daß ich es gewesen, der die vermißten Ringe entfremdet hätte.«

Auf die Schlußfrage: ob er die Strafen kenne, womit das Gesetz die von ihm begangenen Verbrechen bedrohe, sagte er:

»Ja! ich habe Criminalrecht studirt und weiß, daß die Strafe des Verwandtenmordes alle andern Strafen, die ich noch verwirkt habe, unanwendbar machen wird. Ich habe den Tod verdient, den ich suche und wünsche.«

Dem, wie es scheint, vom Gerichtshof bestellten, Defensor blieb kein anderes Motiv zur Vertheidigung, als das Dasein eines Zustandes hervorzuheben, in welchem die Möglichkeit aufgehoben gewesen, entweder überhaupt nach Willkür zu handeln, oder diese Willkür dem Strafgesetz gemäß zu bestimmen. Wie beim Wahnsinn die zur Zurechnungsfähigkeit nothwendige Klarheit des Bewußtseins gestört sei, ebenso sei sie auch gestört beim Wahnsinn der Leidenschaft. Mit Strafe bedrohte Handlungen könnten nicht bestraft werden, wenn der Handelnde sich in solchem Zustande vorhandener Angst und Qual befinde, denen gewöhnliche menschliche Standhaftigkeit nicht gewachsen sei u. s. w. Auch versuchte er den Thatbestand des Verbrechens anzufechten, da ihm nach dem oberflächlichen Gutachten der Sachverständigen keinesweges ermittelt scheine, daß der Todte an der geringen Quantität Arsenik verstorben sein müsse, die man in seinem Körper gefunden. Gewichtiger war nur sein Protest gegen die Anschuldigung des Familiendiebstahls. Da keiner von der Familie deshalb Klage erhoben, dürfe auch, nach der Corolina, hier nicht von Amtswegen verfahren werden.

Am 3. October 1837 fällte das Justiz-Collegium zu M... das Urtheil, wonach Constantin Weise, des Vatermordes geständig, auch der Blutschande mit seiner Stiefmutter sich schuldig gemacht zu haben, »dafern er bei seinen Geständnissen vor öffentlich gehegtem peinlichen Halsgericht nochmals freiwillig beharre, oder seiner begangenen Verbrechen sonst mit Recht überführt würde«, in Kerkerkleidung zum Richtplatz zu führen und mit dem Rade von oben vom Leben zum Tode zu richten sei. – Von den Untersuchungskosten würden die, durch die gesetzwidrige Untersuchung des von ihm begangenen Familiendiebstahls entstandenen, niedergeschlagen.

Die Entscheidungsgründe bedürfen keiner Aufführung; daß hier eine volle Zurechnungsfähigkeit stattfand, welche die Strafe rechtfertigt, wird aufs bündigste dargethan.

Der Verurtheilte verzichtete auf das Rechtsmittel einer nochmaligen Vertheidigung, bat aber, sich mit einer Vorstellung an den Landesherrn wenden zu dürfen. Es war kein Begnadigungsgesuch. Das höchste Rescript vom 23. October, in Folge der Vorstellung erlassen, verwandelte die Strafe des Rades in die des Schwertes.

Constantin Weise besuchte am Tage vor der Hinrichtung in Begleitung des Criminaldieners und des Geistlichen das Grab seines Vaters, kniete betend auf demselben nieder und empfing Nachmittags den Besuch seiner Schwester und seines Schwagers. Der Auftritt, schreibt der Geistliche, war herzzerreißend. Die Schwester warf sich dem Bruder schluchzend in die Arme. Kein Vorwurf kam über ihre Lippen, sie sprach vielmehr Worte des Trostes und schied nach langer, stummer Umarmung des Unglücklichen unter den Worten: sie hoffe, daß sie ihn entsündigt in einer bessern Welt wiederfinden werde. Er schlief die Nacht vor der Hinrichtung ruhig, stand früh gegen 6 Uhr erst von seinem Lager auf, verrichtete, nachdem er sich angekleidet, ein langes inbrünstiges Gebet, schrieb dann seiner Schwester noch einen Brief, in welchem er sie bat, den Ortsarmen 1000, dem Geistlichen 200, dem Gefangenmeister 100, und dem Gefangenwärter 50 Gulden Conv.-Münze von seinem Vermögen auszufolgen und das Uebrige als ein Geschenk eines unglücklichen Bruders anzunehmen, der ihr bis zum Tode seine Liebe widme.

Sollte – so schrieb er an den Rand des Briefes – Anna arme Verwandte nach sich gelassen haben, so wirst Du ohnehin für sie sorgen.

Am 3. November 1837 ward, nach gehegtem peinlichen Halsgericht, auf dem Marktplatz zu K... die Hinrichtung wirklich vollzogen. Constantin empfing, nach dem Berichte des Ortsgeistlichen, als ein reuiger Sünder mit Ruhe und Standhaftigkeit den Todesstreich.

< Eine Hinrichtung in Appenzell



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